Demokratie
Grosses Fest am «Rütli der Frauen»: SP feiert 50 Jahre Frauenstimmrecht

Die SP Frauen feiern das 50-Jahre-Jubiläum des Frauenstimmrechts am Samstag mit einem grossen Fest im Wallis. Alt Bundesrätin Ruth Dreifuss nannte in ihrer Rede das spät eingeführte Stimmrecht eine «Schande für die Schweiz».

André Bissegger, Dario Pollice
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Als Rednerin trat in Unterbäch unter anderem Alt Bundesrätin Ruth Dreifuss auf.

Als Rednerin trat in Unterbäch unter anderem Alt Bundesrätin Ruth Dreifuss auf.

HO/SP Schweiz

Am ersten Juniwochenende 1971 war es endlich soweit: Erstmals fanden eidgenössische Urnengänge statt, die nicht nur den Schweizer Männern vorbehalten waren. Auch die Schweizerinnen durften ihre Stimme ab nun an der Urne abgeben – mehr als 120 Jahre nach der Gründung des Bundesstaates. Allerdings nicht überall: In Appenzell Innerrhoden mussten die Frauen darauf weitere 20 Jahre warten.

Die SP Frauen feiern das Jubiläum des nationalen Frauenstimmrechts am Samstag mit einem Fest in Unterbäch. Das Walliser Dorf ist dabei nicht zufällig ausgewählt worden: In Unterbäch durften die Frauen bereits 1957 – also 14 Jahre vor der schweizweiten Einführung des Frauenstimmrechts – abstimmen. Gemeinsam mit ihren Pionierinnen für dieses demokratische Grundrecht wollen die SP-Frauen nun zurückschauen, wie es in einer Mitteilung heisst. Zudem wollen sie mit der jungen Generation die aktuelle Situation beleuchten und schauen, was es noch zu tun gebe.

«Eine Schande für die Schweiz»

Als Rednerin trat unter anderem Alt Bundesrätin Ruth Dreifuss am Samstag in Unterbäch auf. Dabei blickte sie auf den «langen und beschwerlichen Kampf» für das Frauenstimmrecht zurück. Dass es so lange gedauert hat, bis die Schweizer Frauen ihr Grundrecht wahrnehmen konnten, sei «eine Schande für die Schweiz», sagte die ehemalige SP-Bundesrätin in ihrer Rede, die online gestreamt wurde.

SP-Co-Präsidentin Mattea Meyer und die Co-Präsidentinnen von SP Schweiz, Tamara Funiciello und Martine Docourt, zollten wiederum den «Vorkämpferinnen» für die Frauenrechte Tribut. «Ihr habt eure Stimmen erhoben, gestreikt und demonstriert», sagte Funiciello in Unterbäch. «Ihr habt uns gelehrt: Mein Körper gehört mir.»

Umweltministerin Simonetta Sommaruga war ebenfalls als Gast an der Feier eingeladen. Unterbäch sei das «Rütli der Frauen» gewesen, sagte die SP-Bundesrätin. «Es ist der Ort, wo mutige Frauen zum ersten Mal in der Geschichte der Schweiz abgestimmt hatten». Dabei gelte sowohl gestern wie auch heute: «Frauen gehören an die Schalthebel der Macht», so Sommaruga.

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