Demo-Wochenende am Bodensee verlief grösstenteils friedlich

In Kreuzlingen und Konstanz konzentrierten sich am Wochenende Kundgebungen für und gegen die Corona-Politik. Es kamen weniger Menschen als erwartet. Die Demonstrationen verliefen mehrheitlich friedlich.

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Reto Martin

(dpa/fin/ubr) Für die beiden Aktionen der sogenannten «Querdenker» waren am Wochenende allein in Konstanz fast 30'000 Teilnehmer angemeldet. Doch bereits am Samstag hatte sich gezeigt, dass viel weniger Menschen gekommen sind, als ursprünglich erwartet. Für die Menschenkette um den Bodensee herum hatten die Veranstalter am Samstag auf 250'000 Menschen gehofft. Laut Angaben der Konstanzer Polizei waren es rund 11'000 Teilnehmer.

Auch für den Sonntag waren verschiedene Kundgebungen angekündigt. Rund 1000 Menschen versammelten sich in Klein-Venedig in Konstanz, um Reden und Podiumsdiskussionen beizuwohnen. Gerry Mayr, Hauptorganisator der Kundgebungen gegen die Corona-Politik, sagte vor den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, er wolle keine «Maskenmenschen» mehr sehen. Die Corona-Massnahmen der Regierung bezeichnete er als nicht länger tragbar. Auch Schweizer Corona-Skeptiker wie der freigestellte Wattwiler Amtsarzt Rainer Schregel oder der Unternehmer Daniel Stricker traten an der Kundgebung auf.

Positive Bilanz der Polizeien

Befürworter der Corona-Politik hatten ebenfalls zu mehreren Gegendemonstrationen aufgerufen und sich den «Querdenkern» am Wochenende immer wieder in den Weg gestellt. Die Polizei musste in einem Fall am Sonntag Tränengas einsetzen, um die Gruppen voneinander fernzuhalten. Zu ernsthaften Auseinandersetzungen kam es laut den deutschen Beamten aber nicht. Festnahmen habe es keine gegeben.

Die Thurgauer Kantonspolizei zog am Sonntagabend ebenfalls eine positive Bilanz. In Kreuzlingen fanden drei bewilligte Kundgebungen mit insgesamt mehreren Dutzend Teilnehmern statt. Nennenswerte Zwischenfälle gab es dabei keine. Die Kantonspolizei Thurgau erhielt Unterstützung von ausserkantonalen Einsatzkräften aus dem Ostschweizer Polizeikonkordat. Zudem stand sie in ständigem Kontakt mit der Zollverwaltung sowie dem Polizeipräsidium Konstanz.