Pandemie
CVP-Fraktionschefin Gmür zu möglichem WEF-Wegzug: «Niemand weiss, wie die Fallzahlen in Singapur aussehen werden»

Die CVP-Fraktionschefin Andrea Gmür sieht keinen Widerspruch zwischen der liberalen Corona-Politik ihrer Partei und der Kritik am möglichen Wegzug des Weltwirtschaftsforums (WEF) nach Singapur. Für die aktuell hohen Todes- und Fallzahlen sei auch ein Umdenken in der älteren Bevölkerung verantwortlich.

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Trotz hohen Fallzahlen will CVP-Fraktionschefin Andrea Gmür offene Skipisten und eine Austragung des WEF auf dem Bürgenstock. (Archivbild)

Trotz hohen Fallzahlen will CVP-Fraktionschefin Andrea Gmür offene Skipisten und eine Austragung des WEF auf dem Bürgenstock. (Archivbild)

Keystone

(gb.) Die CVP-Fraktionschefin Andrea Gmür verteidigte am Samstag in einem Interview mit Radio SRF den vergleichsweise liberalen Umgang der Schweiz mit der Coronapandemie. Es sei schwierig zu sagen, was zu dem massiven Anstieg der Fallzahlen geführt habe, so Gmür. Grund könnte laut Gmür auch ein Umdenken in der älteren Bevölkerung sein. «Der Lockdown war für ältere Menschen extrem schwierig», sagte Gmür. «Ältere Menschen sind jetzt zu mehr bereit als im Frühling, weil sie eine Abwägung machen zwischen ihrer persönlichen Lebensqualität und dem Weggesperrt-Sein.»

Zumindest implizite Kritik am liberalen Kurs kam vergangene Woche jedoch vom Weltwirtschaftsforum (WEF). Wie diese Zeitung berichtete, prüft das WEF wegen den hohen Fallzahlen in der Schweiz, den Anlass in Singapur statt wie angekündigt auf dem Bürgenstock bei Luzern durchzuführen. Diese Skepsis kann Gmür nicht nachvollziehen. Bis in einem halben Jahr seien die Zahlen in der Schweiz «garantiert »tiefer, so Gmür.

Auf den Einwand, dass man das zum aktuellen Zeitpunkt nicht wissen könne, entgegnete Gmür: «Man weiss auch in Singapur nicht, ob sich die Zahlen noch in eine andere Richtung bewegen.» Der Bürgenstock sei abgeschottet vom Rest der Welt. Zudem werde man im Mai Schnelltests und wohl auch eine Impfung haben, sagte Gmür weiter. Die Luzerner Ständerätin machte auch klar, dass das WEF für die Tourismusregion Zentralschweiz vorteilhaft wäre.

Im Sinne einer Fortsetzung des bisherigen Corona-Strategie der Schweiz begrüsste Gmür denn auch den gestrigen Entscheid des Bundesrats, die Skigebiete über die Feiertage offen zu lassen.

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