Crypto AG: Bund erstattet Anzeige wegen Täuschung bei Ausfuhrbewilligungen

Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) hegt den Verdacht, bei der Bewilligung von Kriegsmaterialausfuhren der Crypto AG getäuscht worden zu sein. Die Bundesanwaltschaft bestätigt den Eingang der Anzeige.

Drucken
Teilen
Ein Gerät der Schweizer Crypto AG, die jahrzehntelang vom amerikanischen und deutschen Nachrichtendienst im Geheimen kontrolliert wurde.

Ein Gerät der Schweizer Crypto AG, die jahrzehntelang vom amerikanischen und deutschen Nachrichtendienst im Geheimen kontrolliert wurde.

Keystone

(sat) Ein Strafverfahren sei jedoch noch nicht eröffnet worden, hält die Bundesanwaltschaft am Sonntag auf Anfrage von CH Media fest. Und sie schreibt weiter, dass sich die Anzeige des Seco gegen Unbekannt richte und nicht gegen eine spezifische natürliche oder juristische Person.

Wie die «SonntagsZeitung» zuerst berichtete, zielt die Anzeige jedoch klar auf die Crypto AG. Diese ehemalige Schweizer Herstellerin von Chiffriergeräten war jahrzehntelang vom amerikanischen und deutschen Geheimdienst kontrolliert worden und stellte unter anderem auch manipulierte Chiffriergeräte her und vertrieb diese.

Das Seco, welches im Departement von Wirtschaftsminister Guy Parmelin unter anderem für die Bewilligung von Kriegsmaterialexporten zuständig ist, hegt laut «SonntagsZeitung» den Verdacht, dass es durch Ausfuhrgesuche für manipulierte Crypto-Chiffriergeräte getäuscht worden sei. Wie die Bundesanwaltschaft auf Anfrage schreibt, prüft sie nun die Anzeige und wird zu einem späteren Zeitpunkt über die Eröffnung eines allfälligen Verfahrens entscheiden.

Mehr zum Thema

Weltweite Spionage-Operation mit Schweizer Firma aufgedeckt

Jahrzehntelang sollen ausländische Geheimdienste Staaten abgehört haben, wie eine Recherche mehrerer Medien zeigt. Eine zentrale Rolle spielten dabei Chiffriergeräte der Zuger Firma Crypto. Der Bundesrat hat eine Untersuchung eingeleitet.