CORONAVIRUS
Läden, Museen und 15 Personen im Freien: Bundesrat peilt vorsichtige Lockerung an

Die Schweiz soll im Monatsrhythmus aus dem Lockdown finden. Erste Öffnungsschritte sind für Läden, Museen und Aussenbereiche von Freizeit- und Sportanlagen vorgesehen. Für den Bundesrat ist das ein kalkulierbares Risiko.

Reto Wattenhofer
Drucken
Teilen

Ende Februar laufen die bisherigen Coronamassnahmen aus. Wie es danach weitergeht, war lange Zeit unklar. Am Mittwoch hat der Bundesrat nun die Stossrichtung präsentiert. Einen definitiven Entscheid wird er erst nächste Woche – nach Konsultation der Kantone – treffen. Klar ist: Ab 1. März wird nicht alles geöffnet, so wie es etwa die SVP oder Wirtschaftsverbände seit Wochen lautstark fordern.

«Diese Krise verlangt sehr viel von jedem und jeder Einzelnen von uns», betonte Gesundheitsminister Alain Berset vor den Medien. Der Bundesrat wolle der Bevölkerung nun eine Perspektive für die nächsten Wochen und Monate aufzeigen. In einem ersten Schritt schlägt er vor, nur Aktivitäten mit geringem Infektionsrisiko wieder zuzulassen.

Bei günstiger Entwicklung und höherer Durchimpfungsrate sollen danach weitere Schritte folgen – dies im Abstand von jeweils einem Monat, sofern es die epidemiologische Lage erlaubt. «Wir nehmen ein kalkulierbares Risiko in Kauf», versicherte Berset. Sollte sich die epidemiologische Lage verschlechtern, müsse die Situation neu beurteilt werden.

Besonderer Fokus auf Jugendliche

Geht es nach dem Bundesrat, sollen ab dem 1. März Läden, Museen und Lesesäle von Bibliotheken wieder öffnen können, wie auch die Aussenbereiche von Zoos, botanischen Gärten sowie Sport-und Freizeitanlagen. An all diesen Orten gelten Maskenpflicht, Abstandhalten und Kapazitätsbegrenzungen.

Wieder öffnen können auch Sportanlagen wie Kunsteisbahnen, Tennis- und Fussballplätze oder Leichtathletikstadien. Erlaubt sind jeweils nur Gruppen von maximal fünf Personen; Wettkämpfe und Veranstaltungen sind im Erwachsenen-Breitensport nicht erlaubt. Im Freien sollen schliesslich private Veranstaltungen mit maximal 15 Personen wieder möglich sein.

Mehr Möglichkeiten will der Bundesrat Jugendlichen einräumen, da die Einschränkungen für diese besonders einschneidend seien. Sie sollen den meisten sportlichen und kulturellen Aktivitäten nachgehen können.

Weitere Öffnung vor Ostern

Der Bundesrat hat am Mittwoch auch die Stossrichtung für den zweiten Öffnungsschritt festgelegt, der am 1. April erfolgen soll. Vorgesehen wären etwa, Kultur- und Sportveranstaltungen mit Publikum in eng begrenztem Rahmen wieder zu ermöglichen, wie auch Sport in Innenräumen oder die Öffnung von Restaurantterrassen.

Voraussetzung dafür ist, dass die epidemiologische Lage dies zulässt. Der Bundesrat orientiert sich dabei an folgenden Richtwerten: Die Positivitätsrate soll unter fünf Prozent, die Auslastung der Intensivplätze mit Covid-19-Patienten unter 25 Prozent und die durchschnittliche Reproduktionszahl über die letzten sieben Tage unter 1 liegen. Zusätzlich soll die Inzidenz der letzten 14 Tage am 24. März nicht höher sein als bei der Öffnung am 1. März. Allerdings sind diese Vorgaben laut Bundesrat kein Automatismus, sondern lediglich Richtwerte.