Coronavirus

Erneute Corona-Hilfe der Armee: Bund bewilligt längst nicht alle Gesuche

Einige Kantone haben zur Unterstützung des Gesundheitswesens bereits wieder die Hilfe der Armee beantragt. Doch der Bund hat diesmal nur einen Teil der beantragten Leistungen bewilligt.

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Kantone können die Armee wie im Frühling wieder um Unterstützung bitten zur Bewältigung der Coronakrise. (Symbolbild)

Kantone können die Armee wie im Frühling wieder um Unterstützung bitten zur Bewältigung der Coronakrise. (Symbolbild)

Keystone

(dpo) Der Bundesrat hat vor kurzem beschlossen, die kantonalen Gesundheitswesen wie im Frühling wieder mit Armeeangehörigen zu unterstützen. Vorgesehen dafür sind in der zweiten Welle maximal 2500 Personen. Die Armee ist derzeit etwa in den Kantonen Genf, Waadt, Wallis oder Freiburg bereits im Einsatz.

Doch von den insgesamt 31 von Kantonen beantragten Leistungen hat der Bund bisher nur deren 18 bewilligt, wie Thomas Herren vom Ressourcenmanagement des Bund am Donnerstag gegenüber Radio SRF sagte. «Elf Leistungen wurden abgelehnt und zwei wurden von einem Kanton ganz zurückgezogen», so Herren.

Der Kanton Bern beispielsweise hat 10 Sanitätsfahrzeuge und 20 Armeeangehörige angefordert. «Schlussendlich haben wir die Hälfte davon bekommen – nämlich fünf Fahrzeuge und zehn Soldaten», so Gundekar Giebel, der Sprecher der Berner Gesundheitsdirektion, zu SRF.

Bund blitzt bei Armee ab

Doch nicht nur Kantone, sondern mit dem Staatssekretariat für Migration (SEM) auch der Bund, haben Hilfe der Armee angefordert. Diese sollte demnach bei der Betreuung in Asylzentren Hilfe leisten. Doch das SEM blitzte beim Bund ab. «Das Begehren des SEM umfasste 17 Leistungen. Diese wurden allerdings abgelehnt», sagt Thomas Herren.

Bevor die Armee Kantone oder Bundesstellen unterstützen könne, müssten diese jedoch alle subsidiären Möglichkeiten ausgeschöpft haben. Sprich: Sie müssen im Gesuch an die Armee nachweisen, dass auch auf dem freien Markt keine Lösung für ihr Begehren bestehe. Wenn die Kantone beispielsweise Material bräuchten, das anderswo eingekauft werden könne, dann müssten sie das dort einkaufen, um den Markt nicht zu konkurrenzieren, sagt Thomas Herren.