Coronavirus
BAG warnt: Belastung der Spitäler könnte wieder steigen

Die Coronazahlen befinden sich weiterhin auf hohem Niveau, ein Grossteil der über 50-Jährigen ist noch nicht geimpft. Eine erneut steigende Belastung der Spitäler ist laut BAG nicht auszuschliessen.

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Patrick Mathys vom BAG warnte am Mittwoch vor einer erneut starken Belastung des Gesundheitssystems.

Patrick Mathys vom BAG warnte am Mittwoch vor einer erneut starken Belastung des Gesundheitssystems.

Keystone

(agl) Noch ist nicht klar, wie sich die Ostertage auf die Entwicklung der Coronapandemie in der Schweiz auswirken. Am Mittwoch informierten Expertinnen und Experten des Bundes über die aktuelle Situation. Laut Patrick Mathys, Leiter Sektion Krisenbewältigung beim Bundesamt für Gesundheit (BAG), wird es aufgrund von Meldeverzögerungen und einem tieferen Testvolumen erst Ende Woche wieder belastbare Zahlen geben.

«Der ansteigende Trend setzt sich leider weiter fort», so Mathys. Die Geschwindigkeit des Anstiegs sei zwar nicht so hoch wie erwartet, es bestehe aber dennoch die Wahrscheinlichkeit, dass es in der Altersgruppe der 50- bis 70-Jährigen zu einer erneuten Belastung des Gesundheitssystems komme. Die Zahlen aus anderen Ländern zeigten zudem, dass die dritte Coronawelle «mit Sicherheit in Europa angekommen» sei. Die Ziellinie sei nah, ergänzte Martin Ackermann, Präsident der wissenschaftlichen Taskforce des Bundes. «Es lohnt sich, weiterhin einen Effort zu leisten.»

Vor dem Besuch der Grossmutter besser einen Antigen-Test machen

Weiter äusserte sich Patrick Mathys zu den Selbsttests. Der Andrang am Mittwochmorgen sei teilweise gross gewesen, einzelne Apotheken hätten längere Wartezeiten gehabt. Grundsätzlich sei es aber problemlos möglich, die Selbsttests zu besorgen. Laut Mathys machen die Tests beispielsweise vor dem Treffen mit Freunden oder vor der Vorstandssitzung eines Vereins Sinn. Nicht empfohlen werden sie vor einem Kontakt mit Risikopersonen. Wer zum Beispiel die Grossmutter besuchen wolle, solle besser einen Antigen-Schnelltest machen. Diese seien wesentlich zuverlässiger.

«Ein negatives Resultat ist kein Freipass zur Sorglosigkeit», so Mathys weiter. Auch dann müssten Abstands- und Hygieneregeln weiterhin eingehalten werden. Die Berner Kantonsärztin Linda Nartey ergänzte, dass die Selbsttests auch nicht akzeptiert würden, um die Quarantäne abzukürzen oder davon befreit zu werden.

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