Coronavirus
Arbeitnehmerverband warnt: Zu schnelle Öffnung wäre fatal

Travail Suisse warnt den Bundesrat wegen eines möglichen Jo-Jo-Effekts vor einer zu raschen Öffnung der Wirtschaft. Vielmehr fordert der Verband «vernünftige Perspektiven für den Lockdown-Ausstieg».

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Travail Suisse warnt vor zu schnellen Lockerungen der Corona-Massnahmen.

Travail Suisse warnt vor zu schnellen Lockerungen der Corona-Massnahmen.

Keystone

(abi) Nachdem in den vergangenen Tagen verschiedenste Akteure vom Bundesrat Lockerungen der Corona-Massnahmen gefordert haben, meldet sich nun auch Travail Suisse zu Wort. Auch der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden wünscht sich eine baldige Normalisierung der Situation. Eine zu schnelle Öffnung sei jedoch fatal, da die Bedrohung durch das Coronavirus noch immer real und die Infektionszahlen zu hoch seien. Das teilte der Verband am Dienstag mit.

Travail Suisse stellt deshalb drei Forderungen an den Bundesrat: Erstens solle er vorsichtig bei der Öffnung sein. Zu schnelle Lockerungen könnten zu einer schnelleren Ausbreitung des Virus führen, womit auch das Gesundheitspersonal wieder stark gefordert wäre. Und noch schärfere Massnahmen würden noch mehr Arbeitsplätze gefährden. «Dieser Jo-Jo-Effekt muss zwingend verhindert werden.»

Homeoffice-Pflicht nicht lockern

Zweitens erwartet Travail Suisse vom Bundesrat eine klare Perspektive zum weiteren Vorgehen nach dem 1. März. «Justierungen der Massnahmen im Sinne einer schrittweisen Öffnung sind für Travail Suisse nur in Bereichen möglich, in denen das Ansteckungsrisiko klein gehalten werden kann und die Schutzkonzepte guten Schutz bieten», wird Travail-Suisse-Präsident Adrian Wüthrich zitiert. Zudem dürften keinesfalls die Schutzmassnahmen oder die Homeoffice-Pflicht gelockert werden.

Drittens muss gemäss dem Arbeitnehmerverband die Bekämpfung der Pandemie auf allen Ebenen forciert werden. Dazu soll unter anderem die finanzielle Unterstützung schneller ausbezahlt werden. Zudem fordert Travail Suisse, dass die Regelung, dank der Wenigverdiener 100 Prozent Kurzarbeitsentschädigung bekommen, weitergeführt und auf Einkommen bis 4000 Franken erhöht wird.

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