Coronavirus
Apotheken bereiten sich auf Abgabe von Corona-Selbsttests am 7. April vor

Ab 7. April gibt es kostenlose Selbsttests in den Apotheken. Pharma Suisse ruft die Bevölkerung zu Geduld auf, damit die Apotheken nicht überrannt werden.

André Bissegger
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Patrick Mathys: «Es gibt keinen Kanton, in dem der R-Wert unter 1 liegt.»

Patrick Mathys: «Es gibt keinen Kanton, in dem der R-Wert unter 1 liegt.»

Keystone

Die Apotheken bereiten sich momentan auf den Mittwoch nach Ostern vor. Ab dann kann jede Person in der Schweiz fünf Test-Kits pro Monat kostenlos in der Apotheke beziehen. Die logistische Herausforderung sei riesig, wie Martine Ruggli, Präsidentin des Schweizerischen Apothekerverbands PharmaSuisse, am Dienstag vor den Medien sagte.

Das Apotheken-Personal müsse die Test-Kits in kleinere Verpackungen umpacken. «Es ist daher wichtig, dass nicht alle gleich am ersten Tag in die Apotheken stürzen», sagte sie. Sonst könne der Ansturm nicht bewältigt werden. «Die Kapazitäten werden reichen», betonte sie. Vorläufig bekomme jede Person fünf Gratis-Tests pro Monat. Da der Bezug über die Krankenkasse abgerechnet wird, kann sichergestellt werden, dass jede Person auch tatsächlich nur die zulässige Anzahl Tests kostenlos bezieht. «Wir hoffen zudem, dass sich die Bevölkerung solidarisch verhält.»

Sich bereits heute fürs Osterfest zu testen ist «sinnlos»

Die Selbsttests sind laut Ruggli einfach anzuwenden. Sie sollen beispielsweise gebraucht werden, wenn man Freunde oder Familie besuchen möchte. «Sie sind eine gute Ergänzung zu den bestehenden Massnahmen», sagte Ruggli. Dem schloss sich Patrick Mathys vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) an. «Selbsttests ergänzen die Testmöglichkeiten, sind aber kein Ersatz», sagte er. Sie seien lediglich ein zusätzlicher Schutz.

«Ein negatives Testresultat ist maximal 24 Stunden gültig.» Diese Momentaufnahme sei kein Freipass, um auf andere Massnahmen wie das Tragen von Masken oder Abstandsregeln zu verzichten, sagte Mathys. Sich heute testen zu lassen, um am Ostersonntag seine Oma zu besuchen, sei sinnlos. «Wer an Ostern getestet an ein Familienfest will, darf sich frühestens am Vortag testen lassen», sagte Mathys. Ausserdem würden Antigen-Tests verlässlichere Resultate bringen als die Schnelltests. «Wer bei einem Schnelltest ein positives Resultat hat, muss zwingend einen PCR-Test machen.»

Zur aktuellen Lage sagte Mathys, dass die Fallzahlen leider wieder ansteigen würden, während die Hospitalisationen und Todesfälle relativ stabil blieben. Inzwischen dominiert in der Schweiz die britische Variante. «Neun von zehn Infektionen gehen auf ihr Konto.» Glücklicherweise würden die anderen Varianten bislang nur wenig nachgewiesen. Die Reproduktionszahl (R) liegt schweizweit bei 1,19. «Es gibt keinen Kanton, in dem der R-Wert unter 1 liegt», sagte Mathys.

Kein zentrales Impfregister

Der BAG-Direktor sprach auch über das Covid-19-Zertifikat, das momentan erarbeitet werde und möglichst bis im Sommer bereit sein soll. Laut Mathys soll es einheitlich, fälschungssicher und international anerkannt sein. «Ein zentrales Impfregister wird es aber nicht geben.» Die Zertifikate würden dort ausgestellt, wo auch die Impfungen durchgeführt würden – und zwar elektronisch oder auf Papier. Da es keine zentrale Lagerung der Daten geben werde, sei es Aufgabe der geimpften Person, diese aufzubewahren.

Nassima Mehira, Co-Projektleiterin Covid-19-Zertifikat beim BAG, erklärte, dass die Schweiz zwar ein eigenes Zertifikat entwickle, aber auch mit der EU bezüglich Impfpass zusammenarbeite. «Die EU wird die Rahmenbedingungen vorgeben, aber die Staaten müssen diese umsetzen», sagte sie. Es werde keine technische Lösung auf EU-Ebene geben.