Coronapandemie für GDK-Präsident nun wieder «gesamtschweize­risches Problem»

Lukas Engelberger, Präsident der GDK, begrüsst es, dass der Bund wieder vermehrt die Zügel in die Hand nimmt. Jürg Schlup, oberster Schweizer Arzt, glaubt, dass die Schweiz für eine zweite Welle besser aufgestellt ist.

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Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga und Lukas Engelberger auf dem Weg zu einer Pressekonferenz in Bern.

Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga und Lukas Engelberger auf dem Weg zu einer Pressekonferenz in Bern.

Quelle: Marcel Bieri / KEYSTONE

(mg) «Ich finde es richtig, dass der Bund wieder verstärkt in die Verantwortung kommt», sagt Lukas Engelberger, Präsident der Gesundheitsdirektorenkonferenz der Kantone (GDK) im Interview mit dem «SonntagsBlick». Nach mehreren lokalen Hotspots sei die Coronapandemie nun wieder «ein gesamtschweize­risches Problem». Darum brauche es «schnell einheitliche Massnahmen», so Engelberger.

Am Sonntag will der Bundesrat neue Massnahmen beschliessen, diese reichen laut Engelberger «meiner ­Ansicht nach momentan». Aber: «Auf kan­tonaler Ebene braucht es je nach Region weiterführende Massnahmen.» «Besorgt» blickt er auf die kommenden Weihnachtsfeste. Man sei aber in Pandemiezeiten noch «verhältnis­mässig weit weg davon. Wir haben Zeit, die Situa­tion zu entschärfen, damit sie um Weihnachten herum wieder besser aussieht.»

Erneute Schulschliessungen derzeit nicht nötig

Ebenfalls über Weihnachtsfeste spricht Jürg Schlup, Präsident des Berufsverbandes der Ärztinnen und Ärzte der Schweiz FMH, im Interview mit der «NZZ am Sonntag». Absagen würde er sie derzeit nicht. Er rät aber: «Bleiben Sie im engeren Familienkreis, beachten Sie die Schutzmassnahmen, lüften Sie regelmässig.» Als Vorteil gegenüber der ersten Welle sieht Schlup, dass man mittlerweile mehr über das Virus wisse. Etwa, «wie man sich wirksam davor schützt und wie man Infizierte am besten behandelt.»

Eine «effektive, kausale Behandlung» gäbe es aber noch nicht. «Selbst Personen, die nicht zu einer Risikogruppe gehören, können manchmal schwere Verläufe haben», so Schlup. Sofern man keine Risikofaktoren habe, brauche man «sich nicht zu Hause einzusperren». Einmal mehr ruft er in Erinnerung: «Schützen Sie sich mit Maske, halten Sie Abstand, waschen Sie die Hände regelmässig und gründlich.» Einen neuerlichen Lockdown oder erneute Schulschliessungen hält er derzeit nicht für nötig.