Corona

Genf verhängt Ausnahmezustand: Bars, Restaurants und Coiffeure müssen schliessen

Der Kanton Genf verzeichnet einen starken Anstieg an Coronafällen und Spitaleinweisungen. Nun verschärft die Kantonsregierung weiter die Schutzmassnahmen.

Drucken
Teilen
Bars und Cafés müssen im Kanton Genf ab Montag dicht machen.

Bars und Cafés müssen im Kanton Genf ab Montag dicht machen.

Keystone

(dpo) Ab Montagabend legt der Kanton Genf weite Teile des öffentlichen Lebens lahm. Bars, Restaurants und Cafés müssen schliessen, ebenso wie Kinos, Museen, Coiffeure, Theater, Fitnesscenter und Schwimmbäder. Die Genfer Kantonsregierung hat aufgrund den steigenden Coronainfektionen entschieden, den Ausnahmezustand auszurufen, wie Sicherheitsdirektor Mauro Poggia am Sonntag vor den Medien sagte.

Weiter werden sowohl öffentliche als auch private Veranstaltungen auf maximal fünf Personen beschränkt. «Diese Massnahmen werden für die Bevölkerung schwierig sein», räumte Anne Emery-Torracinta, die Regierungspräsidentin, ein.

Wesentliche Dienstleistungsbetriebe wie Lebensmittelläden, Apotheken, Banken und die Post dürfen hingegen weiter offen bleiben. Im Gegensatz zum Lockdown während der ersten Welle im Frühling müssen die Kitas und Schulen bis und mit zur Sekundarstufe II nicht schliessen.

Schneller Anstieg der Spitaleinweisungen

Die bisherigen Massnahmen hätten nicht gereicht, um die Zunahme der Krankenhauseinweisungen einzudämmen. Das Genfer Universitätsspital (HUG) werde bald seine Kapazitäten überschreiten, sagte Anne Emery-Torracinta: «Die Situation ist gravierend.» Gemäss der Kantonsregierung meldete das HUG 474 Hospitalisationen, 56 Personen befänden sich auf der Intensivstation. Zum Vergleich: Mitte Oktober seien es noch 78 Spitaleinweisungen gewesen, davon mussten 13 auf die Intensivstation.

Die neu getroffenen Massnahmen gelten vorerst bis zum 29. November. Der Staatsrat forderte die Genfer Bevölkerung dazu auf, ihre Kontakte einzuschränken und das Haus nur dann zu verlassen, wenn es notwendig sei. Diese Aufforderung richtete sich insbesondere an Menschen über 65 und Personen aus der Risikogruppe. «Es ist die einzige Möglichkeit, die Kurve zu durchbrechen», sagte die Regierungspräsidentin.