Corona
Der Öffnungsdruck steigt: Kantone wollen Perspektiven für die Bevölkerung

Die Gesundheitsdirektorenkonferenz begrüsst die Öffnungsschritte des Bundesrates und will dem Druck von Seiten von Wirtschaft und Gesellschaft Rechnung tragen.

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Raus aus dem Shutdown: Die Gesundheitsdirektoren begrüssen die Öffnung der Geschäfte am 1. März. (Symbolbild)

Raus aus dem Shutdown: Die Gesundheitsdirektoren begrüssen die Öffnung der Geschäfte am 1. März. (Symbolbild)

Keystone

(wap) Derzeit könne der weitere Verlauf der Pandemie nicht vorausgesagt werden, es bestehe jedoch ein hoher wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Druck, der nach einem Jahr spürbar zunehme: So lautet die am Montag veröffentlichte Einschätzung der Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und - direktoren (GDK). Es sei nun wichtig, Bevölkerung, Wirtschaft und Politik rasch eine Perspektive zu bieten, was der Bundesrat mit den «vorsichtigen Öffnungsschritten» ab dem 1. März getan habe, heisst es im an Bundesrat Alain Berset adressierten Schreiben der GDK.

Sie hält jedoch fest, dass knapp die Hälfte der Kantone sowie die Volkswirtschaftsdirektorenkonferenz (VDK) eine schnellere Gangart wünschten. Beim Gastgewerbe dränge sogar eine Mehrheit der Kantone auf raschere Öffnungsschritte. Eine knappe Mehrheit beantrage die Öffnung der Aussenbereiche schon ab dem 1. März, so die GDK. Handlungsbedarf sehen laut GDK mehrere Kantone bei den Obergrenzen für Treffen von privaten Personen. «Familien mit drei oder mehr Kindern befinden sich faktisch seit Wochen in Isolation, weil sie niemanden treffen dürfen», heisst es im Papier der GDK.

Rückhalt geniessen die vom Bundesrat vorgesehenen Richtwerte R-Wert, Positivitätsrate, Fallzahlenentwicklung und Spitalbelegung. Für eine klare Mehrheit der Kantone stellten diese eine fundierte Grundlage zur Beurteilung weiterer Öffnungsschritte dar. Mehrere Kantone hätten aber darauf hingewiesen, dass die Fortschritte bei der Durchimpfung der Risikogruppe und das neue Testregime in die Risikobeurteilung einfliessen müssten. Der Bundesrat hatte am letzten Mittwoch angekündigt, das Coronaregime ab dem ersten März schrittweise lockern zu wollen, dies unter steter Berücksichtigung der epidemiologischen Lage.