Contact-Tracing: Bund lässt deutsche Software für 700'000 Franken «helvetisieren»

Der Bund hat gemeinsam mit den Kantonen ein neues IT-System für das Contact-Tracing aufgebaut. Dafür lässt er eine deutsche Software «helvetisieren». Kein Schweizer Anbieter konnte die Anforderungen der Kantone erfüllen.

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Büro eines Contact-Tracing Teams in Solothurn.

Büro eines Contact-Tracing Teams in Solothurn.

Hanspeter Bärtschi

(dpo) Bisher wurde beim Contact-Tracing des Coronavirus mit dem herkömmlichen Excel oder kleineren Tools gearbeitet. Demnächst soll aber ein neues IT-System die Rückverfolgbarkeit des Virus unterstützen, wie Sang-Il Kim, Leiter der Abteilung Digitale Transformation im Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Mittwoch vor den Medien in Bern ankündigte. «Sormas», wie das Tool heisst, habe eine viel bessere Skalierbarkeit und einen besseren Datenschutz. Zudem sei mit dem Tool auch die automatische Auswertbarkeit möglich, so Kim weiter.

Gemäss Simap, der öffentlich zugänglichen Beschaffungsplattform des Bundes, hat das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) im deutschen Braunschweig den Zuschlag für die Software erhalten. Der Bund lässt das System für rund 700'000 Franken «helvetisieren», also den schweizerischen Gegebenheiten anpassen. Der Rechtsanwalt und Datenschutzexperte Martin Steiger hatte den Zuschlag auf dem Kurznachrichtendienst Twitter publik gemacht.

Wie auf Simap weiter zu entnehmen ist, ist «Sormas» seit 2020 speziell auf Covid-19 angepasst und in Deutschland und anderen Ländern im Einsatz. Die Software hat als Einzige die Anforderungen der Mehrheit der Kantone abgedeckt.