Cassis ruft im Menschenrechtsrat in Genf die UNO-Mitglieder zum Handeln auf

Laut UNO-Generalsekretär António Guterres sind die Menschenrechte weltweit unter Beschuss. Aussenminister Ignazio Cassis bot am Montag zum Start der Sitzung in Genf die Vermittlungsdienste der Schweiz an.

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Der Schweizer Aussenminister Ignazio Cassis spricht am Montag in Genf bei der Eröffnung des UNO-Menschenrechtsrates.

Der Schweizer Aussenminister Ignazio Cassis spricht am Montag in Genf bei der Eröffnung des UNO-Menschenrechtsrates.

Salvatore Di Nolfi / KEYSTONE

(sat/dpa) «Es liegt an uns, das in den letzten 75 Jahren erworbene Wissen wiederzuentdecken», erklärte der Schweizer Bundesrat zum Start der Sitzung des UNO-Menschenrechtsrates in Genf. Alle seien «aufgerufen, gemeinsam zu handeln», forderte Ignazio Cassis laut Redetext. «Die Schweiz ist die erste, die Brücken innerhalb der Institutionen und der Vereinten Nationen baut.» Und als Vertreter des internationalen Genfs, das die Landesregierung ohnehin stärken will, fügte er an: «Hier suchen wir nach Lösungen für die komplexen Probleme von heute und morgen.»

Zuvor hatte sich UNO-Generalsekretär António Guterres tief besorgt gezeigt und die Welt zu einem gemeinsamen Aktionsplan aufgerufen. «So, wie wir keine Unterschiede zwischen Menschen machen dürfen, können wir auch bei den Menschenrechten nicht nur einige herauspicken», sagte der Spitzendiplomat. Er verwies auf Unterdrückung und Gewalt gegen Frauen, Flüchtlinge, Migranten und Menschenrechtsaktivisten. Die Zahl der Hungernden steige, die Jugendarbeitslosigkeit sei viel zu hoch. Der Klimawandel ist laut Guterres zudem die grösste Bedrohung für das Überleben der Menschheit.

Die Vereinten Nationen wollen künftig Menschenrechtsverletzer öfter beim Namen nennen. Vertreter der Zivilgesellschaft und Minderjährige sollen stärker in die Arbeit eingebunden werden. Die UNO werde laut Guterres auf die Einhaltung der Menschenrechte auch online sowie auf den Schutz von persönlichen Daten pochen.