Bundesrat
Werbung: Das Kleingedruckte wandert bald ins Internet

Der Bundesrat vereinfacht die Kriterien für Plakat- oder Katalogwerbung. Produktinformationen können künftig ins Internet verschoben werden.

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Auf Werbeplakaten müssen bald weniger Angaben gemacht werden. (Symbolbild)

Auf Werbeplakaten müssen bald weniger Angaben gemacht werden. (Symbolbild)

Keystone

Wer mehr über ein beworbenes Produkt und die Kaufkriterien erfahren will, muss künftig über einen QR-Code oder einen Link zu den Informationen gelangen. Ab dem kommenden 1. Juli müssen Werbetreibende die «Angaben zu den wesentlichen Kriterien eines Produkts» nicht mehr direkt auf dem Plakat oder im Katalog platzieren. Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom Mittwoch entsprechende Erleichterungen bei den Pflichtangaben beschlossen, wie das Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) mitteilt. Er setzt damit einen Entscheid des Parlaments um.

Neu kann demnach im Werbemittel eine Referenz auf eine Internetseite angegeben werden, womit der Umfang der Pflichtangaben reduziert und «der Digitalisierung Rechnung getragen» werden könne. Obwohl dadurch ein gewisser Transparenzverlust entstehe, bleibe der Konsumentenschutz weiterhin erhalten, so das WBF. So müsse die Referenz auf die digitale Quelle gut lesbar oder hörbar und die wesentlichen Kriterien in der digitalen Quelle «unmittelbar zugänglich und leicht sichtbar» sein. Dadurch würden «grössere Missbräuche ausgeschlossen».

Die Stiftung für Konsumentenschutz sieht das anders. Sie verurteile die «Verwässerung von Transparenzvorschriften zu Lasten der Konsumenten», heisst es in einer Mitteilung vom Mittwoch. «Eine derartige Lockerung zu Gunsten der Anbieter müsste in der Anfangsphase engmaschig begleitet und überwacht werden», wird Cécile Thomi, Leiterin Recht, zitiert. Geschehe dies nicht, könnten Anbieter schalten und walten, wie sie wollen.

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