Breite Koalition fordert Kita-Finanzierung aus Steuermitteln und weiteren Ausbau

Kinderbetreuung müsse ein zentrales Element der Ausstiegsstrategie aus der Coronakrise sein, fordern über 35 Organisationen. Kurzfristig brauche es vom Bund einheitliche Vorgaben und danach ein stark ausgebautes Angebot.

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Die Kinderbetreuung müsse gestärkt aus der Coronakrise hervorgehen, fordert eine Koalition aus über 35 Organisationen. (Symbolbild)

Die Kinderbetreuung müsse gestärkt aus der Coronakrise hervorgehen, fordert eine Koalition aus über 35 Organisationen. (Symbolbild) 

Christian Beutler / KEYSTONE

(dpo) Die Coronapandemie habe deutlich gemacht, dass die Betreuungseinrichtungen systemrelevant seien, begründeten Mitglieder der Koalition am Dienstag in einer Onlinemedienkonferenz ihre Forderungen. Die über 35 Organisationen verlangen deshalb, dass die Kinderbetreuung ein zentrales Element der Ausstiegsstrategie des Bundes sein müsse. Zurzeit herrsche ein kantonaler Flickenteppich, stattdessen brauche es einheitliche Vorgaben zu den gesundheitlichen Schutzmassnahmen.

Zusätzlich fordern die Organisationen, dass die Finanzierung der Kinderbetreuung nachhaltig sichergestellt werden müsse. Sonst werde riskiert, dass Eltern – und vor allem Mütter – ihre Arbeit wegen der Coronakrise aufgeben müssten, um Betreuungsaufgaben nachzukommen. Man könne nicht für die Gleichstellung von Männern und Frauen eintreten, ohne Kinderbetreuungseinrichtungen für alle Erwerbstätigen einzurichten, sagte Philippe Gnaegi vom Verein Pro Familia. Der Koalition gehören zudem Organisationen wie der Frauendachverband Alliance F oder Business & Professional Women, der Schweizerische Gewerkschaftsbund oder Travail Suisse, SP, Grüne aber auch die CVP Frauen, der Lehrerdachverband oder Pro Juventute an.

Kinderbetreuung als Teil des Bildungssystems verankern

Zu einem sinnvollen Konzept für den Ausstieg aus der Coronakrise gehöre ein Plan für eine Ausbildungsoffensive und eine massive Steigerung des Anteils an ausgebildetem Personal. Dafür brauche es eine klare und langfristige Unterstützung durch die Politik.

Dazu will Nationalrätin Katharina Prelicz-Huber (Grüne/ZH) in der ausserordentlichen Session im Mai eine parlamentarische Initiative einreichen. Diese möchte die vorschulische Kinderbetreuung als Teil des Bildungssystems verankern und durch Steuermittel finanzieren.