Bei Verdacht auf Ansteckung mit Corona-Virus: Leichte Fälle sollen übers Wochenende zuhause bleiben

Der Bund will die Ressourcen in den Spitälern aber auch den Testlabors schonen für den Fall, dass sich das Virus noch stärker ausbreiten wird.

Hören
Drucken
Teilen
Hatschi! Wer nur leicht erkältet ist, soll am Wochenende lieber zuhause bleiben.

Hatschi! Wer nur leicht erkältet ist, soll am Wochenende lieber zuhause bleiben.

Archiv

(gb.) An einer Medienkonferenz informierte der Bund am Samstag über die aktuelle Lage in der Schweiz zum Corona-Virus und zu den Massnahmen und Empfehlungen für das Wochenende. Zu Beginn stellte Daniel Koch, der Leiter der Abteilung für übertragbare Krankheiten des Bundesamts für Gesundheit (BAG), klar, dass sich die Situation sehr schnell verändere. Die 858 bestätigten Fälle und 21 Todesfälle in Italien seien beunruhigend. In der Schweiz gäbe es derzeit 12 bestätigte Fälle und 5 Fälle, die noch einer zweiten Abklärung bedürften.

Daniel Koch

Daniel Koch

Keystone

Im Hinblick auf das Wochenende appellierte Koch an die Bevölkerung, die Ressourcen der Spitäler und Testlabors zu schonen. Das Personal in den Spitälern und Testlabors dürfe nicht an seine Grenzen gebracht werden, bevor die Ressourcen dann wirklich gebraucht würden. Konkret sollen laut Koch jüngere Personen, bei welchen die Krankheit meist milde verläuft, Ruhe bewahren und zuhause bleiben. Am Wochenende, wenn viele Arztpraxen geschlossen werden, sollen sich die Notfallstationen in den Spitälern auf die schweren Fälle konzentrieren können. «Wir werden es nicht schaffen, jeden Fall bei ein bisschen Husten zu testen und zu isolieren», so Koch.

Bei Hüten von Grosskindern ist Vorsicht geboten

Er erinnerte daran, dass die Krankheit vor allem bei der älteren Bevölkerung ab etwa 60 Jahren gefährlich werden könnte. Bei jüngeren Menschen verlaufe die Krankheit meist milde oder gar unbemerkt. Deshalb sei auch bei der Kinderbetreuung durch Grosseltern Vorsicht geboten, sagte Koch. Der Bund sehe bewusst davon ab, Schulen zu schliessen. Denn dann würden in vielen Fällen die Grosseltern die Betreuung der Kinder übernehmen. Für Kinder gehe nach heutigem Wissensstand zwar kaum eine Gefahr vom Virus aus, sie könnten aber die Grosseltern anstecken.

Weiter stellte Koch klar, dass die am Freitag getroffene Massnahme, Veranstaltungen ab 1000 Personen zu verbieten, kein Freipass für Veranstaltungen bis 999 Personen sei. Hier seien die Kantone gefordert, eine Risiko-Abwägung zu machen. Kriterien seien hierzu von den Kantonen erarbeitet worden und werden im Montag unter Koordination des Bundes national abgeglichen.

Anfangs nächster Woche wird sich das BAG zudem schriftlich an die Bevölkerung wenden und die wichtigsten Massnahmen und Empfehlungen erläutern.

Mehr zum Thema