Basel-Stadt
Weil mildere Massnahmen nicht reichen: Erster Kanton spricht sich für 2G aus

Da mildere Massnahmen zur Eindämmung der Coronapandemie nicht ausreichen würden, spricht sich mit Basel-Stadt ein erster Kanton offiziell für 2G aus. Der Bund solle diese Verschärfung prüfen.

Samuel Thomi
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Der Basler Regierungsrat – u.a. mit Gesundheitsdirektorenpräsident Lukas Engelberger (auf der Leiter) – spricht sich als erste für 2G aus.

Der Basler Regierungsrat – u.a. mit Gesundheitsdirektorenpräsident Lukas Engelberger (auf der Leiter) – spricht sich als erste für 2G aus.

HO

Wie in der Schweiz können seit Montag auch im Kanton Basel-Stadt Clubs und Discos den Zugang freiwillig auf Geimpfte und Genesene (2G) einschränken. Dann sind Besucherinnen und Besucher von der Maskenpflicht befreit. Diese und weitere vom Bundesrat am vergangenen Freitag beschlossenen Verschärfungen würden «vor dem Hintergrund einer bedenklichen epidemiologischen Entwicklung» jedoch nicht ausreichen, schreibt die Basler Regierung am Dienstag in einer Mitteilung. «Es ist absehbar, dass der Bundesratsentscheid nur einen Zwischenschritt zu konsequenteren Massnahmen darstellen wird.»

Um den aktuellen, starken Anstieg der Coronafallzahlen zu brechen, braucht es laut Basel-Stadt nämlich eine hohe Impfquote in Kombination mit einer konsequenten Maskentragpflicht. Zudem spricht sich der Regierungsrat «dafür aus, im nächsten bundesweiten Massnahmenpaket in gewissen Bereichen eine 2G-Pflicht inklusive Maskentragpflicht einzuführen».

GDK-Präsident Engelberger prescht vor

Die Basler Exekutive mit Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger (Mitte), der auch die im Kampf gegen Corona einflussreiche Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektoren (GDK) präsidiert, ist damit die erste Regierung, die sich offiziell für 2G ausspricht. Bislang hatten sich lediglich einzelne kantonale Gesundheitsdirektoren dafür ausgesprochen. Und Basel-Stadt will dem Bund auch gleich Beine machen, landesweit die Ausweitung von 2G zumindest zu prüfen: «Der Regierungsrat spricht sich deshalb dafür aus, im nächsten bundesweiten Massnahmenpaket in gewissen Bereichen eine 2G-Pflicht inklusive Maskentragpflicht einzuführen», schreibt der Kanton.

Einen Termin für ein neues nationales Massnahmenpaket gibt es zwar noch nicht. Der Bundesrat hat jedoch angekündigt, die Auswirkungen der letzten Verschärfungen zu analysieren und dann über allfällige neue Massnahmen zu befinden.

Das Parlament hat zur allfälligen Ausweitung der für gewisse Branchen bereits bestehenden, freiwilligen 2G-Pflicht – oder gar der Einführung einer allgemeinen 2G-Pflicht – diese Woche indirekt grünes Licht erteilt, indem es 2G im Covid-19-Gesetz nicht explizit verboten hat. Dieses Verbot in der laufenden Wintersession gefordert hatte die SVP.

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