Bahnverkehr
«Nicht akzeptabel»: Ostschweizer Kantone fordern Verbesserungen bei Ausbauplänen des Bundes

Der Bund will die Bahn bis 2050 ausbauen und fokussiert dabei auf die Agglomeration. Bei den Ostschweizer Kantonen kommen die Pläne aber schlecht an. Vor allem auch, weil die SBB auf schnelle Kurvenfahrten mit dem FV-Dosto verzichtet.

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Weil die SBB auf schnelle Kurvenfahrten mit FV-Dosto verzichtet, fordern die Ostchweizer Kantone Nachbesserungen bei den Ausbauplänen des Bundes. (Symbolbild)

Weil die SBB auf schnelle Kurvenfahrten mit FV-Dosto verzichtet, fordern die Ostchweizer Kantone Nachbesserungen bei den Ausbauplänen des Bundes. (Symbolbild)

Keystone

Die SBB zog Anfang Juli die Notbremse: Sie gab bekannt, dass sie auf schnelle Kurvenfahrten mit den neuen Fernverkehrs-Doppelstockzügen (FV-Dosto) verzichten will. Stattdessen setzt sie auf milliardenteure Neubaustrecken in die Ostschweiz und die Romandie – konkret zwischen Winterthur und St.Gallen sowie Bern und Lausanne. Ursprünglich wollte die SBB mit den neuen Zügen ohne grössere Ausbauten Einsparungen von bis zu zehn Prozent der Fahrzeit realisieren.

Auch der Bund hat im Sommer seine Ausbaupläne für die Bahn 2050 vorgelegt. Doch die Ostschweizer Kantone sind von der bisherigen Botschaft nicht überzeugt. Verschiedene Ostschweizer Projekte «fehlen in der Botschaft respektive werden zur Streichung vorgeschlagen», kritisieren die öV-Direktoren am Montag in einer gemeinsamen Stellungnahme.

Dazu zählten etwa die Einführung des Viertelstundentaktes zwischen Frauenfeld und Wil, der Ausbau des Vollknotens St.Gallen oder die Umsetzung von künftigen Angebotskonzepten auf dem Netz der Rhätischen Bahn.

Bund soll Nachbessern

Aus Sicht der Ostschweizer Kantone sei dieser Entscheid «nicht akzeptabel», heisst es weiter. Die Pläne des Bundes, welche das Parlament im Frühling 2023 beraten wird, würden Stand jetzt die Bedürfnisse der Ostschweiz zu wenig berücksichtigen.

Die öV-Direktoren der Kantone Glarus, Schaffhausen, der beiden Appenzell, St.Gallen, Graubünden und Thurgau fordern deshalb «Verbesserungen für den über eine Million Einwohnerinnen und Einwohner zählenden Landesteil». Dies auch in Hinblick darauf, dass die SBB auf schnelle Kurvenfahrten mit der Wankkompensation verzichtet. Dies habe «grosse Auswirkungen» für die Ostschweiz

Ausserdem wollen die Ostschweizer Kantone, dass der Bund auch in der nächsten Botschaft, die er 2026 dem Parlament vorlegt, diverse Anliegen aufnimmt. So sollen beispielsweise auf der Strecke Zürich-St.Gallen-München weitere Massnahmen den Verzicht auf das schnelle Kurvenfahren kompensieren. (dpo)