BAG zu den steigenden Fallzahlen: «Wir sprechen nicht von einer zweiten Welle»

Von einer zweiten Welle kann derzeit keine Rede sein, sagt Stefan Kuster zur Situation des Coronavirus in der Schweiz. Der Leiter übertragbare Krankheiten im BAG verweist darauf, dass die Todesfälle nicht ansteigen.

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Die Kantone hätten die Situation unter Kontrolle, sagte Stefan Kuster vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) vor den Medien in Bern.

Die Kantone hätten die Situation unter Kontrolle, sagte Stefan Kuster vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) vor den Medien in Bern.

Keystone

(wap) Stefan Kuster, Leiter übertragbare Krankheiten im Bundesamt für Gesundheit (BAG), äusserte sich am Freitag vor den Medien in Liebefeld bei Bern zur aktuellen Lage des Coronavirus in der Schweiz. Dies nachdem das BAG am selben Tag erstmals seit Mitte April über 400 Neuinfektionen gemeldet hatte.

Trotz steigenden Fallzahlen seien sowohl die Zahl der Hospitalisationen als auch jene der Todesfälle auf tiefem Niveau stabil geblieben, argumentierte Kuster. Von einer zweiten Welle könne derzeit nicht gesprochen werden. Ziel sei es, die Reproduktionszahl unter 1 zu drücken. In diesem Fall würden die Fallzahlen nicht mehr weiter wachsen. «Wir müssen nicht mehr viel mehr tun damit wir dorthin kommen», sagte Stefan Kuster.

Lob für Kantone vom Vertreter des Bundes

Dies zeige, dass die Kantone ihre Arbeit gut machen würden. Auch in den derzeitigen Zentren der Pandemie in Genf und Zürich habe sich die Situation mittlerweile stabilisiert. Wenn auch auf hohem Niveau. Steigende Zahlen gebe es derzeit in den Kantonen Aargau und Bern und Waadt. Schweizweit zeige sich zeitgleich zur Ausweitung der Coronatests auch, dass sich mehr Menschen mit Grippesymptome beim Arzt meldeten. Zugleich nehme aber die Positivitätsrate der Coronatests ab. Dies zeige, dass sich mehr Menschen mit Symptomen testen liessen. «Das ist ein gutes Zeichen», so Stefan Kuster.

Derzeit seien die die Kantone dabei, sich auf die Grippewelle vorzubereiten, um eine Doppelbelastung des Gesundheitssystems zu vermeiden. Ziel sei es, dass die Testresultate künftig überall innert 24 Stunden bei den Betroffenen ankommen. Derzeit dauert dies je nach Kanton und Labor deutlich länger.