Aus Protest gegen Bundesrat: Präsidentin tritt aus Prüfungskommission zurück

Der Bundesrat hat entschieden, die praktische Prüfung für angehende Mediziner dieses Jahr durch einen Nachweis zu ersetzen. Damit schlägt er die Empfehlungen der Prüfungskommission in den Wind. Deren Präsidentin wirft nun das Handtuch.

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Weil der Bundesrat nicht auf die eigenen Experten der Prüfungskommission hörte, tritt die Präsidentin nun zurück. (Symbolbild)

Weil der Bundesrat nicht auf die eigenen Experten der Prüfungskommission hörte, tritt die Präsidentin nun zurück. (Symbolbild)

Keystone

(rwa) Den Entscheid, die eidgenössische Prüfung in der Humanmedizin anzupassen, fällte der Bundesrat letzten Mittwoch. Damit sollten Absolventinnen und Absolventen in ihrem beruflichen Fortkommen nicht behindert werden. Nun zeigt sich: Die Landesregierung hat nicht auf die eigenen Experten gehört. Die Eidgenössische Prüfungskommission Humanmedizin hatte empfohlen, die praktische Prüfung entweder ersatzlos zu streichen oder Ersatzprüfungen in reduziertem Umfang durchzuführen. Beide Empfehlungen schlug der Bundesrat in den Wind.

Die Präsidentin der Kommission hat nun genug. Auf Anfrage von CH Media erklärte Viviane Hess am Samstag, dass sie nach dem Bundesratsbeschluss ihren Rücktritt bekanntgegeben habe. Über den Schritt hatte zuerst die NZZ berichtet. Die Onkologin des Universitätsspitals Basel, die erst seit Anfang Jahr im Amt ist, zeigte sich konsterniert. «Wir haben uns Zeit genommen, um rasch eine Lösung zu finden, und wurden dann völlig ignoriert.» Hess fragt sich, wofür es überhaupt eine Eidgenössische Prüfungskommission brauche, wenn der Bund nicht auf sie höre.