Auch gleichgeschlechtliche Paare sollen Zugang zur Samenspende erhalten

Die Nationale Ethikkommission im Bereich der Humanmedizin will, dass die Regeln zur Samenspende überarbeitet werden. Die Gesetze würden der aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen nicht gerecht.

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Eine künstliche Befruchtung im Berner Inselspital.

Eine künstliche Befruchtung im Berner Inselspital. 

Keystone

(mg) Neu sollen auch gleichgeschlechtliche Paaren sowie alleinstehende Frauen den Zugang zur Samenspende erhalten. Zu diesem Schluss kommt die Nationale Ethikkommission im Bereich der Humanmedizin (NEK) in ihrer am Donnerstag veröffentlichten Stellungnahme zum Thema Samenspende. Das aktuelle Gesetz stamme aus den späten 1990er-Jahren und werde den heutigen Entwicklungen nicht mehr gerecht, so die NEK. 

So hätten sich die Techniken der Reproduktionsmedizin stark entwickelt und auch habe ein «deutlicher Wandel hinsichtlich der Lebensformen und des Familienbildes» stattgefunden, schreibt die NEK. Sie empfiehlt daher eine Anpassung der gegenwärtigen Regelung.

Weiter fordert die Kommission, dass künftig auch «urteilsfähige minderjährige Personen» Auskunft über ihre Abstammungsdaten verlangen können. Heute können das mittels Spendersamen gezeugte Personen erst nach Vollendung des 18. Lebensjahrs einfordern.  Auch fordert die NEK mehr Transparenz, wenn es um die Kosten und Entschädigungen einer Spendersamenbehandlung oder um genetische Untersuchungen bei Samenspendern gehe.