Anlässe über 150 Personen bedürfen
neu einer Risikoabschätzung

Der Vorstand der Gesundheitsdirektoren und Bundesrat Berset wollten einheitlichere Regeln bei der Bewilligung von Anlässen. Richtig konkret wurden sie dann aber doch nicht.

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Grossveranstaltungen über 1000 Personen bleiben bis mindestens am 15. März verboten. (Symbolbild)

Grossveranstaltungen über 1000 Personen bleiben bis mindestens am 15. März verboten. (Symbolbild)

Keystone

(mg) Ab jetzt sollen einheitlichere Regeln gelten. Zu dieser Übereinkunft sind der Vorstand der kantonalen Gesundheitsdirektoren (GDK) und Bundesrat Alain Berset bei einem Treffen am Mittwochabend gekommen. Konkret sollen die Bestimmungen vereinheitlicht werden, nach welchen Kriterien eine Veranstaltung zugelassen oder abgesagt werden muss.

Neu sollen Anlässe über 150 Personen nur nach Rücksprache mit den Behörden bewilligt werden. Wie Bundesrat Berset und GDK-Präsidentin Heidi Hanselmann erläuterten. «Wir wollen das gesellschaftliche Leben nicht lahmlegen», so Hanselmann. Es sei ein Balanceakt, gab sie unumwunden zu. Zwischen 150 und 1000 Personen sei eine Risikoabschätzung mit den Bewilligungsbehörden nötig. Auch diese Zahl von 150 sei aber ein «Empfehlung», wie Hanselmann sagte. Sie sprach von «einer Entscheidungshilfe».

Gravierende Unterschiede

Am vergangenen Freitag hatte der Bund eine Obergrenze von 1000 Besucher bestimmt. Alle grösseren Anlässe waren wegen dem Corona-Virus verboten. Wie es aber bei Anlässen mit weniger Publikum aussieht, überliess der Bund den Kantonen und Gemeinden. Und da gab es gravierende Unterschiede. So verbot etwa die Stadt Chur bereits alle Anlässe mit mehr als 50 Teilnehmern, während andernorts auch Feste mit 900 Besuchern bewilligt wurden.

Jetzt seien die Leitplanken enger gesetzt, wie Berset und Hanselmann nach ihrer Sitzung vor den Medien betonten. Wie hart um diese Regelungen gerungen wurde, zeigt schon die Tatsache, dass Hanselmann und Berset die Medien lange warten liessen. Ursprünglich auf 20 Uhr angekündigt, wurden die Infos immer weiter nach hinten verschoben. Erst mit 40 Minuten Verspätung traten sie kurz vor die Mikrofone. Vieles blieb dann doch vage. Vor allem Hanselmann betonte mehrfach die Wichtigkeit des Föderalismus.