Mobilisierung
Altersvorsorge: Gewerkschaften planen Demo vor dem Bundeshaus

Mit einer nationalen Demonstration wollen die Gewerkschaften am 18. September auf dem Bundesplatz gegen Reformpläne bei AHV und beruflicher Vorsorge mobil machen.

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Im Frühling präsentierten die Gewerkschaften einen Appell mit 300'000 Unterschriften, im Herbst soll nun eine nationale Demonstration folgen.

Im Frühling präsentierten die Gewerkschaften einen Appell mit 300'000 Unterschriften, im Herbst soll nun eine nationale Demonstration folgen.

Keystone

Mit einer grossen Demonstration auf dem Bundesplatz wollen die Gewerkschaften am 18. September die Sicherung der Altersvorsorge zum Thema machen. «Wir werden die Angriffe der Finanzindustrie auf unser Rentensystem bekämpfen», sagte SGB-Präsident Pierre-Yves Maillard am Freitag an einer gemeinsamen Medienkonferenz des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes (SGB), der Unia und Travail.Suisse.

Ins Zentrum des Kampfs gegen die Reformen von AHV und beruflicher Vorsorge rücken die Gewerkschaften dabei die Frauenfrage. Bereits im Frühjahr hatten über 300'000 Personen einen Appell der Gewerkschaften gegen die Erhöhung des Frauenrentenalter unterschrieben. «Der grosse Frauenstreik von 2019 hat gezeigt, dass die Frauen genug haben von Ungleichheiten und Diskriminierungen», sagte die Gleichstellungssekretärin der Unia, Aude Spang. Letztlich seien von dieser Politik auch die Männer betroffen. Denn auch deren Rentenalter werde steigen: «Sie wollen, dass wir chrampfen bis zum umfallen», sagte sie.

«Entschiedener Widerstand»

Auch bei der BVG-Reform drohten die Frauen ins Hintertreffen zu geraten, so die Befürchtung der Gewerkschaften. Der derzeitige Vorschlag der Kommission belaste mittlere Löhne stark, verzichte aber auf Beiträge der Top-Verdienenden. Verkäuferinnen, Pflegefachfrauen und Lehrerinnen werde Geld weggenommen.

SGB-Generalsekretärin Gabriela Medici präsentierte an der Medienkonferenz entsprechende Berechnungen der Gewerkschaft: «Die Beschlüsse zur BVG-Reform führen zu Rentenkürzungen von bis zu zwölf Prozent. Für 48-jährige Frauen bedeutet dies eine unhaltbare Renteneinbusse von monatlich beinahe 200 Franken», sagte Medici. Travail.Suisse-Präsident Adrian Wüthrich sagte: «Den Frauen wird das geboten, was sie nicht wollen – ein höheres Rentenalter – und verweigert, was sie brauchen – Lohngleichheit und gute Renten».

Der SGB hatte bereits im Mai eine Initiative für eine 13. AHV-Rente eingereicht und das Referendum gegen die AHV-Reform angekündigt. Auch bei der Reform der zweiten Säule müssten die Bürgerlichen mit Gegenwehr der Gewerkschaften rechnen. «Verschlechterungen bei den Renten, sei es in der AHV oder im BVG, werden auf entschiedenen Widerstand stossen», sagte Maillard.

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