Kommentar

Kampfwahl in Gaiserwald: Das Parteibüchlein zählt mehr als der Palmarès

Dass Raphael Franke so klar zum Schulratspräsidenten von Gaiserwald gewählt wurde, überrascht sogar ihn selbst. Sein Kontrahent Donat Ledergerber ist besser qualifiziert.

Melissa Müller
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Raphael Franke, neuer Gaiserwalder Schulpräsident.

Raphael Franke, neuer Gaiserwalder Schulpräsident.

Benjamin Manser

Zwei ungleiche Kandidaten kämpfen ums Gaiserwalder Schulratspräsidium. Raphael Franke, Teamleiter Ergänzungsleistungen der Sozialversicherungsanstalt, wirkt ehrgeizig und voller Tatendrang. Er will das Schulsystem hinterfragen und umkrempeln. Jedoch ist der 40-Jährige politisch unerfahren. Demgegenüber schickt die SP mit Donat Ledergerber ein politisches Urgestein und und einen namhaften Bildungspolitiker ins Rennen.

Redaktorin Melissa Müller

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Ralph Ribi

Sogar SVP und GLP zeigen sich beeindruckt von Ledergerbers souveränem Auftreten und der Fachkompetenz des langjährigen Schulleiters, der auch schon als Uno-Botschafter im Libanon tätig war. Auch in puncto Führungserfahrung hat der 53-Jährige mehr zu bieten. Als ehemaliger Generalsekretär des Gesundheitsdepartements führte er 170 Angestellte, während Franke ein zehnköpfiges Team leitet.

Trotzdem kam es anders. Franke erzielte 520 Stimmen mehr. Selbst der Gewinner ist überrascht über dieses klare Resultat. Es hängt damit zusammen, dass Gaiserwald von CVP und FDP dominiert wird. Nebst dem Leistungsausweis zählt vor allem das Parteibüchlein. Pech für Ledergerber, Glück für Franke.

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