«Damit bleiben der Stadt Gossau 500 Arbeitsplätze erhalten»: Stadtparlament genehmigt 5-Millionen-Kredit für neues Industrieareal

Die Aepli Invest AG will nächstes Jahr mit der Erschliessung ihres Gewerbe- und Industriegebietes Sommerau Nord beginnen. Geht es nach dem Gossauer Stadtparlament, steht diesem Vorhaben nichts im Weg: Es hat den Kredit von rund 5,2 Millionen für die Erschliessung des Gebiets an seiner Sitzung am 1. September einstimmig bewilligt.

Melissa Müller
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Das Gebiet Sommerau Nord soll bald überbaut werden.

Das Gebiet Sommerau Nord soll bald überbaut werden.

Ralph Ribi (21. Januar 2020)

Es geht um viel Geld: 5,2 Millionen Franken. Diesen Kredit hat das Gossauer Stadtparlament am Dienstag einstimmig bewilligt, um das Gebiet Sommerau Nord nächstes Jahr mit Strassen und Werkleitungen zu erschliessen und zu entwässern. Hier will die Aepli Invest AG auf 100 000 Quadratmetern Bauland ein neues Gewerbe- und Industriegebiet bauen.

Alle Parteien von links bis rechts begrüssen das Vorhaben der Firma Aepli. «Jetzt kann es losgehen. Das ist ein Standortbekenntnis für Gossau», sagt Thomas Künzle (SVP), der Sprecher der Baukommission, und wendet sich an Roman Aepli, den Chef des Metallbauunternehmens, der an diesem Abend im Publikum sitzt: «Herr Aepli, vielen Dank!»

Hat die Sommerau gekauft: Roman Aepli, Geschäftsführer der Aepli Metallbau AG in Gossau.

Hat die Sommerau gekauft: Roman Aepli, Geschäftsführer der Aepli Metallbau AG in Gossau.

Bild: PD (9. Mai 2020)

Ins gleiche Horn bläst Andreas Oberholzer (SVP): Es sei toll, dass das Unternehmen diese grosse Kiste stemme. «Damit bleiben der Stadt Gossau 500 Arbeitsplätze erhalten.»

Auch Werner Bischofberger (SP) stimmt der nächste Schritt zur Ansiedlung von Industrie hoffnungsvoll. Es gehe um eine Menge Arbeitsplätze. Er gibt aber zu bedenken:

«Hat man geschaut, dass allfällige Öl- oder Chemieunfälle glimpflich ablaufen?»

Er lobt, dass ein Wildtierkorridor erstellt und ein Teil des neuen Weges nicht geteert, sondern gekiest werden soll, was für die einheimischen Tiere von Nutzen sei.

Zudem sei die geplante Anbindung an öV und Langsamverkehr erfreulich. Sogar eine S-Bahn-Haltestelle im Gebiet Sommerau Nord ist nicht ausgeschlossen. Bischofberger sagt:

«Diese Idee darf keine Planungsleiche werden.»

Stefan Harder (Flig), ist «froh und stolz», dass ein Gossauer Unternehmer vor Ort investiert. Mit der Erschliessung des Gebiets Sommerau Nord gehe ein lang gehegter Wunsch des Gossauer Gewerbes in Erfüllung, sagt auch Reto Mock (CVP):

«Roman Aepli, ein waschechter Gossauer, gibt Gas!»

Er erinnert daran, dass die Kosten für die Stadt Gossau zwar hoch seien, aber auch wieder refinanziert würden. Und dass die Aepli Metallbau AG einen bedeutenden Beitrag zu höheren Steuererträgen leiste.

Die Anbindung an den Autobahnzubringer ist bereits in Arbeit. Die interne Erschliessungsstrasse wird voraussichtlich zwei Millionen Franken kosten, durch die Grundeigentümerin finanziert und nach Fertigstellung Eigentum der Stadt. An den Kosten für die Erschliessungswege beteiligt sich die Stadt zur Hälfte. Die Investitionen für Entwässerung, Werkleitungen und die öffentliche Beleuchtung gehen vollumfänglich zu Lasten der Stadt Gossau. Gesamthaft belaufen sich die Aufwendungen auf rund 5.2 Miollionen Franken.

Weil der Kredit über 4 Millionen liegt, ist noch eine Urnenabstimmung nötig. Diese wird voraussichtlich am 29. November stattfinden.