KONJUNKTUR: Ostschweizer Industrie erholt sich

Die Ostschweizer Wirtschaft ist noch nicht in Hochform, aber die Lage bessert sich allmählich. Das gilt zumindest für einige Industriebranchen. Rund läuft auch der Bausektor.

Thomas Griesser Kym
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Den Unternehmen, die im Hochbaubereich tätig sind, läuft es nach wie vor gut. (Bild: JOERG SARBACH (AP))

Den Unternehmen, die im Hochbaubereich tätig sind, läuft es nach wie vor gut. (Bild: JOERG SARBACH (AP))

"Das Umfeld für die Ostschweizer Wirtschaft präsentiert sich insgesamt erfreulich." Das schreibt Ökonom Peter Eisenhut von der Beratungsfirma Ecopol AG im Begleittext zum jüngsten regionalen Konjunkturindex . Demnach haben die Exporte der Ostschweizer Industrie im dritten Quartal 2016 ihr Wachstum mit +4,4 Prozent fortgesetzt. Dieses sei breit abgestützt, mit der besonders wichtigen Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie als Treiber.

So hat die Elektro- und Elektronikindustrie ihre Ausfuhren im Quartal um 20 Prozent gesteigert, der Metallbau um 13 Prozent und der Maschinenbau um 3 Prozent. Die Exporte der Präzisionsinstrumente stiegen um 4 Prozent. Eisenhut weist darauf hin, dass die Eurozone die Exportlokomotive ist, was besonders wichtig ist, da dies der Hauptabsatzmarkt der Schweizer Industrie ist. Insgesamt seien die hiesigen Exportbranchen optimistisch für die kommenden Monate: "Sie erwarten einen steigenden Bestellungseingang und eine höhere Produktion", sagt Eisenhut. Allerdings gibt es Unterschiede je nach Branche. So laufe jetzt die Konjunktur der Textilindustrie "nach wie vor sehr schleppend". Und auch der Margendruck bleibt ein Thema.

Ungünstig entwickelt habe sich der Detailhandel. Drei von zehn Detaillisten beurteilen ihre Geschäftslage als "schlecht", nur jeder achte nennt sie "gut". Generell läuft der Food-Sektor (Nahrungsmittel) besser als Non-Food. Hier leiden zum Beispiel Modeläden unter dem Einkaufstourismus und der Online-konkurrenz, aber auch unter der gedämpften Konsumentenstimmung. Doch es gibt einen Lichtblick: "Die Detailhändler rechnen in den kommenden Monaten mit steigenden Umsätzen und generell mit einem besseren Geschäftsgang."
Die Bauwirtschaft setzt ihre Konsolidierung fort. Bautätigkeit und Ertragslage liegen zwar leicht unter dem Vorquartal, aber trotzdem beurteilen die Baumeister die Geschäftslage als "befriedigend" bis "gut". Im Bauhauptgewerbe und insbesondere im Hochbau hat sich die Bautätigkeit besser entwickelt als im Ausbaugewerbe.