Ein Platz für jeden auf dem Arbeitsmarkt

Personalverantwortliche und Personaldienstleister trafen sich in der St. Galler Lokremise zum Jahres-Event des Netzwerks «Hr4hr».

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ST. GALLEN. Nur ein Viertel der Angestellten gehen in ihrer Arbeit ihrer Berufung nach – das habe eine Umfrage von Gallup ergeben. «Das heisst: 75 Prozent des Potenzials bleibt ungenutzt», sagte Christine Kloess, Gründerin des Wollerauer Beratungsunternehmens Living Talents, eine der fünf Referenten am Jahres-Event des Personaldienstleister-Netzwerks «Hr4hr». Ein Potenzial, das es gerade im Hinblick auf die «Entfaltungsgesellschaft» zu nutzen gelte. Denn «jedes Individuum hat Platz in der Gesellschaft».

In den ersten Arbeitsmarkt

Die Potenziale jedes einzelnen zu nutzen, darum ging es am Jahres-Event. Dass auch an unerwarteten Orte Potenziale stecken, zeigten Armin Haas und Marcel Morf anhand ihrer Sozialfirma AG auf: Die Hälfte der 25 Angestellten sind Menschen mit Beeinträchtigungen, hauptsächlich psychischer Art. Ebenso bietet die Sozialfirma Lehrstellen für Jugendliche, die Kunden der Jugendanwaltschaft sind. In den beiden Geschäftsbereichen «Putz und Glanz» sowie «Bau und Grün» geben sie vollen Einsatz, sagte Geschäftsführer Morf.

Verantwortung übernehmen

Beschäftigungsprogramme für Behinderte gibt es viele, doch «wir wollen nicht einfach eine weitere soziale Institution sein», sagte Haas – im Gegenteil: Die Sozialfirma bietet ihre Dienstleistungen zu branchenüblichen Preisen an und zahlt ebensolche Löhne. «Unser Geschäftsmodell erlaubt den Spagat, diese Leute in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren», sagte Haas. Während herkömmliche Institutionen einen Eigenfinanzierungsgrad von unter 50 Prozent erreichen, liegt er bei der Riedikoner Sozialfirma bei 80 Prozent – die restlichen 20 Prozent werden von Firmen getragen, die eine sogenannte Sozialpartnerschaft mit der Firma eingehen. (ken)