Bischof Felix Gmür erntet Zustimmung im C-Lager

BERN. Die Schweiz sollte bevorzugt Christen aufnehmen, sagt der Basler Bischof Felix Gmür in einem Interview mit der neusten «Schweizer Illustrierten» – und stösst damit auf Resonanz. «Grundsätzlich Ja» sagt dazu die Thurgauer CVP-Ständerätin Brigitte Häberli-Koller.

Denise Lachat
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BERN. Die Schweiz sollte bevorzugt Christen aufnehmen, sagt der Basler Bischof Felix Gmür in einem Interview mit der neusten «Schweizer Illustrierten» – und stösst damit auf Resonanz. «Grundsätzlich Ja» sagt dazu die Thurgauer CVP-Ständerätin Brigitte Häberli-Koller.

Pfister verlangt Obergrenze

Gerhard Pfister, voraussichtlich künftiger Präsident der CVP Schweiz, geht noch einen Schritt weiter und verbindet die Forderung mit jener nach Einführung einer Obergrenze für Flüchtlinge. Pfister würde in islamischen Ländern auf besonders gefährdete Menschen fokussieren, «das heisst auf Christen, aber auch Frauen und Kinder». Praktikabel sei dies indes nur, wenn die Schweiz solche Menschen direkt aus den betroffenen Ländern oder aus Flüchtlingslagern in die Schweiz hole. Und um den Fokus auf Christen legen zu können, müsste die Schweiz zusammen mit anderen europäischen Ländern eine Obergrenze für Flüchtlinge einführen – Pfister hat die Zahl von 25 000 genannt und damit eine Kontroverse ausgelöst.

Beim Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund (SEK) ist eine gezielte Auswahl von Flüchtlingen aufgrund der Religion kein Thema. «Ausschlaggebend ist die Gefährdung einer Person», sagt Anne Durrer. Die SEK-Sprecherin räumt aber ein, dass dies in Ländern wie Syrien und Irak sehr wohl für Christen gelten könnte. Denn dort seien Christen besonders bedroht.

«Nicht alles akzeptieren»

Durrer, Häberli und Pfister teilen grundsätzlich auch den Vorwurf des Bischofs, die Schweiz sei mitschuldig, wenn durch die vielen moslemischen Männer, die nun zu uns kämen, westliche Werte bedroht würden. Die Schweiz habe unter dem Begriff der Toleranz viel zu lange alles akzeptiert, sagt Gmür, etwa die Dispens moslemischer Mädchen vom Schwimmunterricht. Häberli schliesst sich dieser Analyse an, und Pfister sagt, Toleranz gegenüber Intoleranz dürfe es nicht geben. Der Kirchenbund zeigt sich zudem besorgt, dass die Schweiz zum Preis eines falsch verstandenen Friedens ihre Gebräuche aufgeben könnte. Durrer: «Wenn in der Schule keine Weihnachten mehr gefeiert und keine Krippen mehr aufgestellt werden, um Konflikte zu vermeiden, dient das nicht der Integration.» Toleranz heisse nicht, die Augen zu schliessen und alles zu akzeptieren. «Das ist keine Basis für echten Frieden.»

Bischof Gmür erteilt zudem der Idee von Moslems, ungenutzte Kirchen als Moscheen zu nutzen, eine Abfuhr. Durrer sagt dazu, dass sich der SEK nicht in die Angelegenheit von Kantonalkirchen einmische. Er könne sich aber vorstellen, dass es einfacher wäre, Kirchen einer orthodoxen Gemeinschaft oder einer Freikirche zu überlassen.