Da gibt’s einen Herrn, welcher dichtet . . .

Urs Bader
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Vergnüglich «Da gab’s eine Dame aus Würenlos / Die hatte das Männerverführen los / Sie tat’s an den Ecken / Sie tat’s in Verstecken / Doch nie tat sie’s völlig gebührenlos.» Ein Limerick. Der Schweizer Kabarettist César Keiser (1925–2007) war ein Meister dieser Gebrauchslyrik. Fast hundert seiner Limericks sind in einem neu erschienenen Bändchen nun wieder nachzulesen. Geregelt an dieser Form ist nur die «Anatomie», wie es im Nachwort Keisers heisst, das er 1976 schrieb: «Die erste, zweite und letzte Zeile sind dreihebig und auf den gleichen Reim, die dritte und vierte miteinander gereimt und um einen Fuss kürzer als die anderen.» Dies für all jene, die es selbst versuchen wollen. Dem Inhalt sind jedoch keine Grenzen gesetzt: Je skurriler, desto besser, wie es der britischen Tradition dieses Genres entspricht. Kongenial illustriert sind Keisers Limericks von Scapa.

Urs Bader