«Ein enttäuschender Abend»

Zum Bauvorhaben eines Begegnungszentrums der islamischen Gemeinschaft Wil

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Zum Bauvorhaben eines Begegnungszentrums der islamischen Gemeinschaft Wil

Schönwetteranlass zum geplanten Begegnungszentrum an der Rosenstrasse. Wie schon in der Vergangenheit sind solche Anlässe immer sehr gut besucht, so war es auch am Mittwochabend. Auf dem Podium sassen, wie auch schon immer, nur Männer aus Religion und Politik. Doch anstelle der erwarteten Diskussion wurde es zu einem reinen Geplauder und zur Selbstdarstellung. Die zu erwartenden Probleme wurden nicht erwähnt, stattdessen sonnten sich die Podiumsteilnehmer förmlich im dauernden Applaus, welcher den Anlass unnötig in die Länge zog.

Zentrum zieht Moslems an

Es wurde schnell ersichtlich, welche Kandidaten hier Wahlkampf betrieben und von ihresgleichen mit kräftigem Applaudieren unterstützt wurden. Mit endlosen Aufklärungen und Beschönigungen über den Islam wollte man uns Christen beruhigen. Leider zeigt uns der Alltag auch ganz andere Geschehnisse. Laut Koran sind wir immer noch die Ungläubigen: Auch das gehört zum Islam. Aber in Wil ist alles anders, wir sind doch alle so nett. So war der Kauf der Parzelle an der Rosenstrasse auch möglich, obwohl schon damals der Standort als sehr fragwürdig und problematisch taxiert wurde.

Von den zu erwartenden Problemen wollte man nichts hören. Die Moslems wollten ja nur einen Ort zum Beten. Doch solche Begegnungszentren ziehen bekanntlich immer mehr Gläubige in ihre Nähe, das ist bei allen Religionen so. Wenn im Süd- und Lindenhofquartier noch mehr ausländische Familien einziehen, wird sich die Zahl der fremdsprachigen Schüler in den betroffenen Schulhäusern erhöhen. Nachdem in Wil für alle Schulhäuser «soziale Durchmischung» oberstes Gebot ist, stellt sich die berechtigte Frage: Sollen in Zukunft nicht nur die Kinder von Nord sondern auch die von Ost mit dem Bus in die Südschulen gefahren werden, damit die soziale Durchmischung gewährleistet werden kann? Welch ein Wahnsinn spielt sich da in Wil ab! Zu diesem Thema wurde kein Wort gesagt, das hätte ja bedingt, dass die zuständige Stadträtin auch auf dem Podium hätte Platz nehmen müssen, und das wäre für das Bild der männlichen Dominanz doch störend gewesen.

Fehlende Auskunft von Stadtrat

Es erstaunt nicht, dass viele Besucher enttäuscht nach Hause gingen. Es wurde nur über «Schöngeistiges» gesprochen, die Anliegen der Bewohner wurden sogar gemein ins Lächerliche gezogen, und es wurde ihnen gar unterstellt, diese nur zu benützen, um nicht offen zu sagen, dass sie gegen Ausländer seien. Welche Arroganz! Viele hatten gehofft, an diesem Abend vom zuständigen Stadtrat eine Antwort auf ihre Einsprache zu erhalten. Doch Marcus Zunzer sprach vom laufenden Verfahren und dass er deshalb keine Antwort geben könne. Eine gute Ausrede, um sich aus der Schlinge zu ziehen. Kein Wunder hat sich an diesem Abend kaum jemand zu den Problemen gemeldet, sie hätten ja noch mit Puh-Rufen von Seiten der Netten rechnen müssen. Ein überaus enttäuschender Abend.

Ruth Schelling

Zelghalde 21, 9500 Wil

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