Tag des Roten kreuzes
Für weltweite Solidarität angesichts der Pandemie

Am 8. Mai feiern wir den Weltrotkreuztag, im Gedenken an den Geburtstag des Genfers Henry Dunant, einem der bedeutendsten Gründer des Roten Kreuzes. Wir würdigen das Engagement der Freiwilligen auf der ganzen Welt, die sich Tag für Tag für das Rote Kreuz und den Roten Halbmond einsetzen. Ohne sie könnten wir unseren Auftrag nicht erfüllen: das Leben und die Würde von Menschen in Not zu schützen.

Thomas Heiniger, Präsident des Schweizerischen Roten Kreuzes
Thomas Heiniger, Präsident des Schweizerischen Roten Kreuzes
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Am 8. Mai 1828 wurde Henri Dunant geboren. Der 8. Mai ist auch der Welt-Rot-Kreuz-Tag.

Am 8. Mai 1828 wurde Henri Dunant geboren. Der 8. Mai ist auch der Welt-Rot-Kreuz-Tag.

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Im Fokus der weltweiten Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung steht dabei auch dieses Jahr die Corona-Pandemie. Seit über einem Jahr dominieren die Bewältigung der Pandemie und deren Folgen die Aktivitäten der 192 nationalen Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften – darunter auch das Schweizerische Rote Kreuz (SRK).

In allen Ländern hat die Krise die sozialen Ungleichheiten verschärft, besonders verletzliche Bevölkerungsgruppen geschwächt und dem Gesundheits- und Sozialwesen zugesetzt. Angesichts der grossen Not in der Schweiz unterstützte das SRK benachteiligte Personen mit finanzieller Direkthilfe im Umfang von 11.5 Millionen Franken. Zudem hat es 170 spezifische Hilfsprojekte lanciert, bei denen es nationale Schwestergesellschaften in rund 30 anderen Ländern bei der Bekämpfung der Pandemie unterstützt.

In El Salvador versorgte das SRK Tausende Familien mit Hygienekits und Trinkwasser, damit diese die Hygieneregeln einhalten können. Im Flüchtlingslager in Cox’s Bazar in Bangladesch, in dem fast eine Million Menschen auf engstem Raum leben, leistete das SRK mit Unterstützung des Bundes Nothilfe und unterstützte die Hilfsaktion seiner Schwestergesellschaft.

Jetzt, wo die Covid-19-Impfstoffe verfügbar sind, setzt sich das Rote Kreuz weltweit für eine gerechte Verteilung der Impfdosen ein. Die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften hat sich zum Ziel gesetzt, weltweit 500 Millionen Personen zu impfen. Auch ärmere Länder sollen ihre Risikogruppen so schnell wie möglich schützen können. So sieht es auch die COVAX-Initiative vor, an der sich die Schweiz beteiligt. Für das Rote Kreuz wäre eine Welt, in der nur reiche Länder Zugang zu Covid-19-Impfstoffen haben, nicht vorstellbar.

Eine gerechte Verteilung der Impfdosen ist nicht nur eine Frage der Solidarität – aus epidemiologischer Sicht ist sie auch ein Gebot der Vernunft. Denn die Pandemie kann nicht in einem einzelnen Land überwunden werden. Es braucht einen globalen Effort. Dazu gehört auch die vorübergehende Aufhebung des Patentschutzes, sofern die Investitionen in die Forschung angemessen entschädigt werden. Das Virus kann nur mit grenzüberschreitender Solidarität und dem Engagement aller Akteure auf politischer, wirtschaftlicher und sozialer Ebene wirksam bekämpft werden.

Der Schutz von Leben, Gesundheit und Würde der Menschen darf nicht an den Grenzen der reichsten Länder Halt machen.

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