Kommentar

Swiss-Rücktritt: Der Ruhige geht im grössten Sturm

Swiss-Chef Thomas Klühr gibt per Ende Jahr sein Amt ab. Für die Lufthansa-Tochter ist dies ein schwerer Schlag - und das während der grössten Krise, welche die Aviatik je erlebt hat. Für die Swiss stellt sich nun eine bedeutende Frage.

Benjamin Weinmann
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Es ist ein harter Schlag für die Swiss mitten in der Corona-Krise. Airline-Chef Thomas Klühr tritt per Ende Jahr ab - aus privaten Gründen. Über seine persönlichen Motive kann nur spekuliert werden. Fakt ist aber, dass der Rücktritt für die Swiss zur Unzeit kommt, denn die Airline steckt in der grössten Krise, welche die Luftfahrt je erlebt hat. Der Verwaltungsrat ist nun gefordert, so rasch wie möglich einen Nachfolger zu präsentieren.

Benjamin Weinmann

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Alex Spichale / SON

Viele Angestellte trauern dem 58-Jährigen schon jetzt nach, wie intern zu hören ist. Seine finanziellen Resultate überzeugten. Vor allem aber wird der Franke, der seit 2016 die Lufthansa-Tochter führt, vom Personal und von Partnern geschätzt. Nach dem polternden Harry Hohmeister, der inzwischen in der Lufthansa-Chefetage sitzt, brachte der besonnene Klühr Ruhe in die Firma. Von den Personalverbänden ist denn auch keine Kritik zu hören, dass Klühr die Swiss mitten im Sturm verlässt.

Der Deutsche wird bei der Swiss als Mann der Rekorde in Erinnerung bleiben. 2018 konnte er den grössten Gewinn der Firmengeschichte bekanntgeben. Sein letztes Amtsjahr hingegen ist das annus horribilis – der Swiss, und der ganzen Branche. Umso bitterer ist nun sein Abgang. Für die Swiss stellt sich derweil die Frage, wer die drastischen Kostensparmassnahmen durchführen muss. Wird Klühr die Hiobsbotschaften zu seinem Ende verkünden, oder sein Nachfolger, der dann aber einen äusserst schweren Start hätte.