SALZKORN
Nach Covid-Abstimmung: Jetzt müssen wir Ausserrhoden wohl aufteilen

Das konservative Hinterland und das liberale Vorder- und Mittelland driften auseinander. Auf dem Spiel steht die Existenz des Halbkantons Ausserrhoden.

Stefan Schmid
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Corinne Bromundt

Einmal mehr haben wir Ausserrhödler die Ehre des Appenzellerlands gerettet: Ja zur Pflegeinitiative und, wenn auch ein bisschen knapp, Ja zum Covid-Gesetz.

Gross scheint einmal mehr der politische Gegensatz zwischen uns progressiv-liberalen Ausserrhödlern und unseren katholisch-konservativen Brüdern und Schwestern in den inneren Rhoden.

Wobei, ich sage das ja nicht gerne, durch unseren Halbkanton furcht ein tiefer Graben. Während die Vorderländer Gemeinden rund um Heiden sowie die stadtnahen Agglomerationen wie Teufen, Speicher oder Herisau regelmässig auf der progressiven Seite stehen, verbünden sich die Hinterwäldler – pardon Hinterländer – aus Urnäsch, Schwöllbronn und Hondwil erneut ostentativ mit den Dibidäbi im inneren Land.

Das ist eine staatspolitische Krise erster Güte, die an den Grundfesten Ausserrhodens rüttelt. Entweder hören die Hinterländer mit diesem Schabernack auf. Oder aber wir gründen an der nächsten Olma den Viertelkanton «Ausserrhoden urban».