Salzkorn

Ein Gerichtsverfahren in Nigeria gegen einen mächtigen Schweizer Multi? Nichts einfacher als das.

Stefan Schmid
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Corinne Bromundt

Was haben das Wallis und eine Zementfabrik in Nigeria gemeinsam? Mehr als man denkt. Doch der Reihe nach:

Wer im Wallis beispielsweise wegen Baupfusch juristisch gegen ein mächtiges Bauunternehmen vorgehen will, findet keinen Anwalt. Zumindest nicht im Wallis. Zu eng sind die Verhältnisse im Bergtal, als dass es sich ein einheimischer Rechtsgelehrter mit einer einflussreichen Firma verscherzen täte. Viele halten auch den Gang vor regionale und kantonale Gerichte in obiger Angelegenheit für wenig Erfolg versprechend. Das Heil liege wohl, so sagen Betroffene, beim Bundesgericht in Lausanne, wo die Walliser Richter in der Minderheit sind.

Bundesrätin Karin Keller-Sutter sagt nun im Zusammenhang mit der Konzernverantwortungsinitiative, die Schweizer Multis, die etwa die Luft in Nigeria mit Zementstaub verpesten, könnten dafür ja vor lokalen Gerichten zur Rechenschaft gezogen werden. Nigerianische Gerichte gegen mächtige Konzerne? Die Bundesrätin hat wohl noch nie im Wallis eine Anwältin gesucht.