Kolumne
Papa-Blog: Junge Väter haben Superkräfte

Babies zu wickeln und Kinder zu erziehen, kann mühsam sein, klar. Doch erlernen Männer, wenn sie Vater werden, auch neue Fähigkeiten. Eine kleine Übersicht.

Roger Berhalter
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Junge Väter können Wunden verarzten und Tränen trocknen – und noch viel mehr.

Junge Väter können Wunden verarzten und Tränen trocknen – und noch viel mehr.

Bild: Getty

Kürzlich habe ich gelesen, Elternschaft sei wie ein Videospiel. Das stimmt. Hier wie dort gibt es immer neue Levels, immer neue Monster, der Schwierigkeitsgrad steigt mit der Zeit, und ab und zu verlangt ein Endgegner einem alles ab.

Vor allem aber erlernt man immer wieder neue Fähigkeiten! Und diese Skills motivieren, sei es beim Ego-Shooten oder beim Windeln-Wechseln. Warum spricht man immer nur über die Mühen und Nöte der Kinderbetreuung, nie aber über die Fertigkeiten, die sie einem verleiht?

Kafirähmli mit einer Hand öffnen: Check

Höchste Zeit für eine kleine Übersicht über die Skills, die ein Vater erlangt, wenn er mit seinen Kindern so ausgiebig spielt wie mit seiner Playstation: Gemeint sind nicht (nur) die kleinen Dinge wie Kafirähmli-mit-einer-Hand-öffnen-Können. Junge Väter können auch:

  • Löcher in die Wand bohren, während sie mit einem Bein den Nachwuchs beschäftigen.
  • Sie sprechen mit klarer Stimme, die vom Vorlesen geschult ist.
  • Sie singen Lieder und erzählen Geschichten und erfinden, wenn nötig, beides.
  • Sie können kochen. (Gemeint ist nicht das typisch männliche Heldenkochen, das in der Küche Chaos und Reste hinterlässt. Gemeint ist das spontane Geköch, mit den verfügbaren Zutaten zubereitet, während der Nachwuchs schreit. Das ist Kochen.)
  • Junge Väter können Brot backen und Bäume pflanzen.
  • Sie kennen den Härtegrad ihres Leitungswassers die Kleidergrösse ihrer Töchter.
  • Sie können Wunden verarzten und Tränen trocknen.
  • Sie bauen Muskeln und erzielen Ergebnisse.
  • Und sie können auch nach vier Stunden Schlaf noch den Tag retten.

Zwischen Videogames und Elternschaft gibt es eigentlich nur einen Unterschied: «Game over» ist für Väter keine Option.

Der Autor

Roger Berhalter lebt mit seiner Frau und den zwei Söhnen (sechs und acht Jahre) in der Stadt St.Gallen. Er teilt sich mit seiner Partnerin die Erwerbs- und Hausarbeit. Am Backofen aber ist er der Chef.

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