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Kommentar

Operation Libero empfiehlt Bier-Kollegen in den Nationalrat – na und?

Gekaufte Politiker? Die Aufregung um die Wahlkampagne der Operation Libero ist zu gross. Sie macht nichts anderes als jeder kantonale Gewerbe- oder Bauernverband auch.
Stefan Schmid
Stefan Schmid ©Benjamin Manser / TAGBLATT

Stefan Schmid ©Benjamin Manser / TAGBLATT

Die Operation Libero trägt wie immer dick auf: Es gehe darum, die Mehrheitsverhältnisse in Bern zugunsten einer progressiven Politik zu kippen. Die Schweiz muss aus den Fängen konservativer, europhober Politiker gerettet werden. Wandelwahl nennt sich das Projekt. Um das Ziel zu erreichen, empfiehlt die aus Zürich gesteuerte Organisation in zahlreichen Kantonen ihr genehme Kandidatinnen und Kandidaten zur Wahl.

So weit, so unbestritten. Der Pathos, der verwendet wird, verflüchtigt sich jedoch bei genauerem Hinsehen. Empfohlen werden Köpfe, deren politische Einstellung sich teilweise erheblich unterscheiden. Basis für die Unterstützung ist ein Fragebogen, der reichlich schwammig und unverbindlich formuliert ist. Von grünen Politikerinnen am äussersten linken Rand bis hin zu guten, aber eher langweiligen BDP-Exponenten ist im Potpourri denn auch so ziemlich alles enthalten, was mit den führenden Köpfen der Operation Libero schon einmal ein Bier getrunken hat.

Auch das ist nicht verboten. Jeder kantonale Gewerbe-, Bauern- oder Industrieverband stellt seine Wahlempfehlungen nach ähnlichen Kriterien zusammen. Man portiert Weggefährten, die man gut kennt und mag. Wer an den einschlägigen Apéros nie auftaucht, hat kaum Chancen, empfohlen zu werden. Helvetische Kumpanei, hüben wie drüben.

Kein Grund also, sich über die Kampagne der Operation Libero gross aufzuregen. Dafür ist sie zu wenig gut.

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