Kommentar

Mobilmachung gegen Corona – folgen wir dem Bundesrat

Das Land ist im Ausnahmezustand. Weitere Verschärfungen drohen. Für uns freiheitsliebende Schweizer ist das ein rabiater Vorgang. Dennoch ist es entscheidend, dass jetzt alle mitmachen. 

Stefan Schmid
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Stefan Schmid

Stefan Schmid

Hanspeter Schiess

Nur drei Tage, nachdem die Landesregierung aussergewöhnliche Massnahmen wie die Schliessung von Schulen angeordnet hat, treten erneut vier Bundesräte vor die Medien. Die Schweiz ist im Ausnahmezustand.

Grund ist die unkontrollierte Ausbreitung des Corona-Virus.

Wenn das so weiter geht, dann droht der Kollaps des Gesundheitssystems.

Davon sind alle Menschen betroffen, nicht nur die Alten und Kranken. Auch jene, die sich notfallmässig operieren lassen müssen. Oder chronisch Kranke. Oder verunfallte Kinder.

Dem Bundesrat bleibt angesichts einer unverständlichen Sorglosigkeit von Teilen der Bevölkerung gegenüber den dringend empfohlenen Massnahmen nichts anderes übrig, als die Schraube drastisch anzuziehen.

Und ja, man darf darauf wetten, dass dies noch nicht der letzte Akt gewesen sein wird. Das für Friedenszeiten massive Aufgebot von 8000 Armeeangehörigen ist ein klarer Hinweis darauf, was in den kommenden Tagen passieren könnte: Die Behörden dürften wohl eine Ausgangssperre verhängen und diese auch mithilfe militärischer Kräfte durchsetzen.

Es ist angesichts der galoppierenden Ausbreitung der Krankheit bald keine Frage des Wollens mehr, ob Herr und Frau Schweizer vielleicht so nett wären und sich an die Empfehlungen des Bundes halten würden. Es wird eine Frage des Müssens. Gut so. Wer es jetzt noch nicht begriffen hat, wie gefährlich die Lage ist, dem muss nachgeholfen werden.

Die Empfehlungen sind glasklar. Bleibt zu Hause, Leute! Wer nicht dringend raus muss, soll nicht raus. Einkaufen, klar. Arbeiten gehen, ist auch in Ordnung. Doch der Jassabend, das Fussballturnier oder die Leserunde, das muss jetzt warten. Das Kaffeekränzchen mit der Nachbarsfamilie am Gartenhag ebenfalls – auch wenn es hart ist und unseren Kern als soziale Wesen trifft.

Wir sind als Gesellschaft erstmals seit Gedenken der jetzt Lebenden massiv herausgefordert. Die bisherigen Krisen – sei es die Kubakrise in den 1960er Jahren, die Ölkrise in den 1970ern, die Finanzkrise von 2008 oder die Flüchtlingskrise von 2015 – waren vergleichbar harmlose Ereignisse. Das kann von der Corona-Krise wahrlich nicht mehr behauptet werden. Sie trifft uns alle. Und sie kann tödlich enden.

Panik wäre falsch. Die Schweiz ist ein starkes Land.

Die Versorgung mit Lebensmitteln und Medikamenten ist gesichert. Zivile und militärische Behörden arbeiten Hand in Hand. Die politischen Parteien haben sich, abgesehen von wenigen narzisstischen Randfiguren, hinter den Bundesrat gestellt.

In Krisenzeiten rückt man zusammen. Wir sind zwar nicht im Krieg. Aber es fühlt sich im Alltag zunehmend so an. Aufwachen, liebe Schweizerinnen und Schweizer. Es braucht jetzt alle. Helfen wir uns gegenseitig dort, wo wir können. Jeder muss seinen Teil dazu beitragen, dieses Virus zu besiegen. Alles andere kommt später.

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