Meinung
Weg vom Öl und Benzin: Die Energiestrategie ist alles andere als ein Kinderspiel

Der Bund hat diese Woche die Energiestrategie vorgestellt, mit der die Schweiz im Jahr 2050 CO2-neutral sein soll. Dafür braucht es ganz viel Strom.

Bruno Knellwolf
Bruno Knellwolf
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Die Energiestrategie der Schweiz: Keine einfache Sache. (Symbolbild)

Die Energiestrategie der Schweiz: Keine einfache Sache. (Symbolbild)

Keystone

Noch rauchen die Kamine und Auspuffrohre. Doch bald soll damit Schluss sein. Der Bund hat seine Energiestrategie vorgestellt, mit der wir im Jahr 2050 ein CO2-neutrales Land sein sollen. Ingenieure haben aufgezeigt, dass dieses ambitiöse Ziel technisch machbar ist. Doch ein solcher Totalumbau des Energiesystems ist alles andere als ein Kinderspiel. Er setzt in erster Linie auf eine Elektrifizierung des Verkehrs und des Heizens. Doch um die dafür nötigen Elektromotoren in Betrieb zu halten, braucht es viel Strom, wie auch für die gesteigerte Produktion von Wasserstoff und der Abscheidung von CO2.

Bruno Knellwolf, Wissenschaftsredaktor

Bruno Knellwolf, Wissenschaftsredaktor

Da die grosse Strommenge aber nur aus erneuerbaren Energien bestehen darf, muss die Energiewende auch eine Solarwende sein. Der jährliche Zubau von Fotovoltaikanlagen müsste um ein Vielfaches erhöht werden. Gleichzeitig muss es gelingen, die Stromüberschüsse im Sommer zu speichern, um Stromlücken im Winter zu schliessen. Gerade die gescheiterten Geothermieprojekte zeigen, wie schwierig es mit alternativen Quellen ist. Momentan kommt die Hälfte unseres Winterstroms aus AKW. Vielleicht wird mit steigender Angst vor der Stromlücke auch das generelle Technikverbot wieder zum Thema.


Wenn allen einleuchtet, dass mit Cleantech auch Geld verdient werden kann, wird es leichter, für den Umbau pro Jahr etwa 2,4 Milliarden Franken auszugeben. Ob der politische Wille dafür da ist, wird sich erst zeigen. Naiv wäre, auf den Verzicht der Menschen zu setzen. Wenn, wird es die Technik richten.