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Kommentar

Maillard statt Gysi

Die St.Galler SP-Nationalrätin Barbara Gysi will Nachfolgerin von Paul Rechsteiner an der Spitze der Gewerkschaften werden. Sie wäre angesichts der Konkurrenz nur die zweitbeste Wahl.
Stefan Schmid
Stefan Schmid, Chefredaktor. (Bild: Benjamin Manser)

Stefan Schmid, Chefredaktor. (Bild: Benjamin Manser)

Barbara Gysi ist eine grundsolide Politikerin. Ob im Wiler Stadtrat, im St. Galler Kantonsparlament oder im Nationalrat – Gysi besticht durch ihren Fleiss, die guten Dossierkenntnisse und ihre unprätentiöse Sachlichkeit. Die Show ist ihre Sache nicht. Ebenso wenig neigt sie zur Selbstüberschätzung, einer Krankheit, unter welcher viele männliche Politikerkollegen leiden. Keine Frage: Barbara Gysi wäre eine gute Chefin für den Schweizerischen Gewerkschaftsbund. Dennoch ist sie angesichts des Gegenkandidaten aus der Romandie nur zweite Wahl.

Mit Pierre-Yves Maillard stellt sich ein Kraftwerk der schweizerischen Sozialdemokratie der Ausmarchung. Der ehemalige Bundesratskandidat (er verlor die Wahl gegen Alain Berset) ist nicht nur ein brillanter Redner – eine zentrale Fähigkeit auf einem so exponierten Posten. Er ist auch ein gewiefter Strippenzieher. In der Waadt hat Maillard bewiesen, wie man als Linker dank kluger Realpolitik effektive Verbesserungen für die Arbeitnehmenden und die weniger Privilegierten herausholen kann. Sein Gesellenstück lieferte Maillard mit der Gesetzesvorlage ab, wonach in seinem Kanton niemand mehr als zehn Prozent seines Einkommens für Krankenkassenprämien ausgeben muss.

Gegen diesen Leistungsausweis kommt Gysi bei bestem Willen nicht an. Die Frauenfrage ist insofern entschärft, als mit Vania Alleva bereits eine Frau die mächtige Unia präsidiert. Und einen Anspruch der Ostschweiz kann man nach 20 Jahren Paul Rechsteiner kaum ernsthaft postulieren. Möge für einmal der Bessere gewinnen.

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