Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Wo Fakten fehlen, da wird es polemisch

«Luchs bereitet einige Sorgen», Ausgabe vom 2. August
Fabian Haas, WWF Uri im Namen des Urner Umweltrats

Aus Sicht des Urner Umweltrats behandelt der erwähnte Artikel (er wurde der «Urner Zeitung» von der Vereinigung zum Schutz von Jagd- und Nutztieren vor Grossraubtieren in der Zentralschweiz als Medienmitteilung zugestellt; Anm. d. Red.) die Angelegenheit unausgewogen und ist leider erneut eine verpasste Gelegenheit, dem komplexen Thema gerecht zu werden. Der Artikel stützt sich einseitig auf die Sichtweise der Vereinigung zum Schutz von Jagd- und Nutztieren vor Grossraubtieren (VSvGZ) ab und macht hier ganz einfach den Luchs zum Sündenbock. Dies greift jedoch viel zu kurz. Das Ganze müsste kritischer hinterfragt werden, gibt es doch diverse Einflussfaktoren, die beispielsweise auf die Gämspopulation einwirken.

Die offizielle Broschüre des Dachverbands der Schweizer Jägerschaft «Die Gämse in der Schweiz» würde meines Erachtens eine sehr gute Grundlage bieten. Darin wird nämlich aufgezeigt, dass nicht ein einzelner Faktor für die Entwicklung dieser faszinierenden Huftierart in der Schweiz verantwortlich ist. Es ist immer die Summe aller Faktoren. Bei der Gämse heisst dies: Konkurrenz (beispielsweise mit dem Rothirsch), vermehrte Störung (Freizeitaktivitäten), Verlust an Lebensraumqualität, die Jagd, Grossraubtiere und Krankheiten. Dieses Mosaik von verschiedenen Einflüssen wirkt zusammen auf den Gämsbestand.

Auch die Vergleiche und Behauptungen der VSvGZ zum Herdenschutz sind stossend und kaum sachlich. Der Urner Umweltrat will nicht den Luchs verherrlichen, möchte aber dazu aufrufen, das Thema sachlich und auf der Grundlage aller Faktoren zu diskutieren. Es braucht Kompromisse und gegenseitigen Respekt, nur so kann die Problematik von Grund auf gelöst und gute Lösungen gefunden werden. Eine einseitige oder gar polemische Berichterstattung hilft niemandem. Wir wünschen uns, dass die künftige Diskussion dazu etwas faktenbasierter, konstruktiver und ausgewogener geführt wird.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.