Wie man dem Naphthalin-Mief in Schulstuben entgegenwirkt

«Die Werte sind Kindern so ­ nicht zumutbar», Ausgabe vom 13. Februar

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Mit der Horwer «Hofmatt» sind schon drei Schulhäuser in unserer Region mit Naphthalin derart belastet, dass beschlossen ist oder erwogen wird, sie abzureissen. Alle drei sonst intakte Bauten, der «Grenzhof» in Littau gar denkmalgeschützt. Leider lassen uns die Berichterstatter im Ungewissen darüber, wie dieses Mottenkugel-Gift in die Schulzimmer gelangt. Strömte es, wie auch ich gemeint habe, aus einem Bodenbelag, liesse sich der doch ersetzen! Wikipedia verrät, dass in den Baujahren dieser Schulhäuser ein Zusatzstoff in den Beton gemischt worden ist, der die Reaktion von Zement und Kies mit Wasser erleichtern sollte. Mit dem Aushärten des Betons – über Jahrzehnte hinweg! – wird Naphthalin frei und gast in die Umwelt aus. Das sind zwar äusserst geringe Mengen, die sich erst in einem schlecht gelüfteten Raum über viele Stunden hinweg zum Grenzwert akkumulieren.

Deshalb ist das Problem fast nur in Schulhäusern relevant. Erinnern wir uns an die dumpfen Schulstuben, in welchen der stete Mief – Ausdünstungen aus Mauern und Böden sowie aus zwanzig bis dreissig Lungen – entscheidend mitgeholfen hat, unsere Gehirne zu vernebeln! Um ausreichend zu lüften, sind die Pausen zu kurz, und oft denkt niemand daran. Und im Sommer die Fenster offen zu halten, verbietet der Lärm von der Strasse. Warum wird bei Schulhausneubauten und -renovationen kaum je eine kontrollierte Lüftung eingebaut? Mit einer solchen würden nicht nur Naphthalin, Radon, Atemabluft und Viren keine gesundheitsgefährdende Konzentration erreichen, sondern man würde auch Energie sparen. Ein Schulhaus liesse sich allein mit den Schülern heizen! Die Berner machen es uns vor. Wie, berichtete diese Zeitung unter dem Titel «So lösen die Berner das Naphthalin-Problem» am 22. August 2018.

Guntram Stamm, vormals Mittelschullehrer, Escholzmatt