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Leserdebatte

Wer mithelfen kann, dass Medikamentenpreise sinken

«Medikamentenkosten sollen fallen», Ausgabe vom 23. August

Dass der Bundesrat im Gesundheitswesen sparen will, ist zu begrüssen. Es ist eine Tatsache, dass Generika in der Schweiz vergleichsweise teuer oder gar überproportional teurer sind als im Ausland. Der Systemwechsel könnte diesbezüglich sicher etwas bringen.

Leider behauptet der Bericht Sachen, die nur teilweise oder gar nicht stimmen. Einerseits müssen die Versicherten, wenn sie auf einem massiv teureren Originalmedikament bestehen, statt der üblichen 10 Prozent schon länger 20 Prozent Selbstbehalt bezahlen.

Das hat auch aus eigener Erfahrung mit Kunden meiner Apotheke doch eine deutliche Wirkung. Beim aufgeführten Atorvastatin bezahlt der Kunde etwa 7.50 Franken, beim Original Sortis etwa 30 Franken. Ganz oft gibt es übrigens Generika, welche als sogenannte «Co-Marketing»-Produkte zum Original verkauft werden. Dies heisst, dass sie absolut identisch mit dem Original sind – mit Ausnahme der Druckerschwärze und des Preises. Die Apotheker informieren den Kunden diesbezüglich standardmässig und helfen Kosten zu sparen, sowohl dem System wie auch dem Kunden.

Die zweite Falschannahme betrifft das Interesse der Apotheker. Seit der Umstellung auf das Leistungsorientierte Abgeltungsmodell (LOA) vor über 15 Jahren werden Medikamente der Spezialitätenliste (SL), welche rezeptpflichtig sind und von der Grundversicherung erstattet werden, nur noch mit einer minimalen Marge verkauft. Der Rest sind pauschale Taxen, welche für alle Medikamente, unabhängig vom Preis, erhoben werden. Damit wird die Arbeit des Apothekers abgegolten. Die LOA führte dazu, dass Medikamente über 30 Franken zum Teil massiv günstiger wurden, was ebenso massiv Kosten sparen half. Da die LOA-Taxen pauschal sind, verdient der Apotheker kaum mehr an teureren Medikamenten. Dies hat zu einer massiv höheren Generikarate geführt.

In der Praxis sehe ich in den Apotheken einen Generikaanteil von meist über 60 Prozent oder mehr.

Ganz offensichtlich ist dies bei den Ärzten anders, anders kann ich mir die erwähnte totale Substitutionsrate von rund 25 Prozent nicht erklären. Bei einigen Ärzten liegt auch folglich auch das grösste Potenzial. Dass die Kunden die Differenz zum Referenzpreis für ein teures Original selber bezahlen müssen, ist meist richtig. Ebenso richtig ist es, die Medikamente in der Apotheke zu beziehen, wo ein grosses Sortiment an vielen Generika oft direkt vorrätig ist.

Daniel Eichenberger, eidg. dipl. Apotheker ETH, Unterägeri/Luzern


Zum Bericht möchte ich noch eine Ergänzung machen. Das Original-Medikament Sortis (20 mg 100 Tabletten) kostet 150.15 Franken, das Generikum Atorvastatin 74.55 Franken. In Konstanz kaufte ich dasselbe Atorvastatin für 16.37 Euro.

Leider vergütete mir die Krankenkasse den Betrag dann aber nicht. Dies nur als Beitrag, wie gross der Sparwille in unserem Gesundheitswesen ist.

Kurt Portmann, Rothenburg

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