Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Leserbrief

Was wir konsumieren, prägt die Landwirtschaft

Leserbriefe zur Abstimmung vom 23. September über die Fair-Food-Initiative.

Die Gegenkampagne zu den Agrar-Initiativen wirbt unter anderem mit dem Angstmach-Slogan «Weniger Auswahl, steigende Preise!» gegen die Fair-Food-Initiative. Sachliche Argumente scheinen weniger wichtig zu sein, denn das Gegenkomitee macht sich nicht einmal die Mühe, die beiden Initiativen differenziert zu betrachten und wirft beide Initiativen in einen Topf. Dass sachliche Argumente sogar fehlen, ist spätestens dann klar, wenn die Gegner von einem staatlichen Ess-Diktat sprechen.

Es scheint den Gegnern nicht klar zu sein, dass die Fair-Food-Initiative keine Verbote verlangt, sondern, laut Initiativtext, eine Stärkung des Angebots an Lebensmitteln, welche «von guter Qualität und sicher sind und die umwelt- und ressourcenschonend, tierfreundlich und unter fairen Arbeitsbedingungen hergestellt werden». Eine Förderung von solchen Lebensmitteln, auch für importierte, ist nicht gleichzusetzen mit einem staatlichen Ess-Diktat. Es wäre doch schön, wenn ich als Konsument noch mehr Möglichkeiten hätte, Lebensmittel zu kaufen, bei denen die Bauern und Bäuerinnen auch faire Löhne bekommen. Dass ich dafür einen fairen Preis zahle, ist selbstverständlich. Deswegen: Ja zur Sachlichkeit, zur Fairness und zur Fair-Food-Initiative!

Raphael Zingg, Frauenfeld, Junge Grüne Thurgau und Vorstand Grüne Thurgau


Die Initiative verfolgt einen Kurswechsel in der Agrarpolitik. Das Resultat bei einer Zustimmung wäre eine Marktabschottung sowie eine erhöhte Zollbürokratie. Die Auswahl an Lebensmitteln würde sich reduzieren, bei gleichzeitig steigenden Preisen. Das wäre eine zusätzliche Einladung zum Einkaufstourismus.

2016 gaben Konsumentinnen und Konsumenten aus der Schweiz übrigens knapp zehn Milliarden Franken im Ausland aus, davon circa 2,4 Milliarden für Lebensmittel. Auch der bürokratische Aufwand würde deutlich steigen, denn sämtliche Lieferketten im Ausland müssten die nötigen Anforderungen erfüllen und bei jeder Tiefkühl-Salami-Pizza müsste sichergestellt sein, dass nicht nur der Salami von Schweinen stammt, die gemäss dem Schweizer Tierschutzgesetz gehalten werden, sondern auch das Mehl, der Mozzarella, die Tomaten und der Oregano müssten Schweizer Auflagen genügen.

Aufgrund der aufgeführten Argumente ist diese Initiative abzulehnen, denn sie gefährdet den Handelsplatz Schweiz und die starke Schweizer Landwirtschaft.

Mike Egger, Berneck Kantonsrat


Einkaufen: ökologisch, fair, tierfreundlich. Mit unserem Konsum von Lebensmitteln prägen wir unsere Landwirtschaft, unsere Kulturlandschaft und Natur. Wenn wir einheimische und saisonale Früchte und Gemüse von hoher Qualität einkaufen, tragen wir nicht nur zum Einkommen unserer Bauernfamilien bei, wir leisten auch einen Beitrag zur Pflege der Kulturlandschaft.

Und weil damit unsinnige, lange Transporte vermieden werden, ist dieses bewusste Konsumverhalten auch ein Beitrag zum Klimaschutz. Beim Kauf von Fleisch und tierischen Produkten wie Eier oder Wurstwaren bestimmen wir mit, ob das Tier «vor dem Grill» ein anständiges, artgerechtes Leben hatte oder in einer Legebatterie oder Masthalle auf den Tod wartete. Naturnah, fair und tierfreundlich produzierte Lebensmittel – das will die Fair-Food-Initiative, indem sie diesen Produkten und diesen Importen einen Marktvorteil verschafft. Ich stimme aus ethischen Überlegungen, aber auch aus Solidarität mit einer naturnah und tierfreundlich produzierenden Landwirtschaft Ja zu Fair-Food.

Toni Kappeler, Münchwilen, Präsident Pro Natura Thurgau


Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.