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Leserbrief

Traditionalisten und Neuerer stehen sich polarisierend gegenüber

Rolf Dubs, St. Gallen

Gymnasium und Wirtschaftsunterricht. In der Bildungspolitik stehen sich Traditionalisten und Neuerer immer häufiger polarisierend gegenüber.

Typisch ist dies auch für die Weiterentwicklung des Gymnasiums. Sowohl vor Traditionalisten als vor Neueren ist zu warnen, denn sie übersehen die vielen Zielkonflikte, die es unmöglich machen, etwas als pädagogisch richtig oder falsch zu bezeichnen. Neben anderem behindert die Einstellung vieler gymnasialer Fachlehrkräfte die Suche nach guten Lehrplänen, weil sie meinen, ihr Fach trage am wirksamsten zum «guten» Gymnasium bei, oder sie erkennen pädagogische Veränderungen in andern Fächern nicht.

Leider trifft dies auch für Professor Andreotti in seinem Beitrag «Ansichten» vom 14. Juni zu. Er ordnet den Wirtschaftsunterricht allein der Berufsbildung zu und meint, damit würde die humanistische Bildungsidee auf blosse berufsrelevante Information reduziert und hätte keinen Platz am Gymnasium.

Das ist ein Irrtum. Seit über fünfzig Jahren wird zwischen wirtschaftsberuflicher Bildung, die den Berufsschulen obliegt, und der Bildung des allgemeinen Wirtschafts- und Gesellschaftsverständnisses, also einer wirtschaftlichen Allgemeinbildung unterschieden, welche alle Lernenden in das Verständnis der gesamtwirtschaftlichen Zusammenhänge unter Beachtung der Auseinandersetzung der Menschen mit den Werten und ihrem persönlichen Verhalten in der Wirtschaft einführt (humanistische Bildungsidee).

Wer die Notwendigkeit einer so verstandenen wirtschaftlichen Bildung in unserer Zeit nicht anerkennt, muss in Kauf nehmen, Lernende nicht darauf vorzubereiten, die immer komplexer werdenden Streitfragen über die Wirtschaft mit ihren Stärken und Schwächen kompetent zu reflektieren.

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