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Leserbrief

Schweizer Geschichte im politischen Vakuum

Schweizer Geschichte im Abseits?, Ausgabe vom 1. Oktober.
Felix Sachs, St.Gallen

Was ist mit unserer Schweizer Geschichte los? Sicher stimmt es, wenn Mario Andreotti feststellt, dass viele Jugendliche kaum noch Kenntnisse davon haben. Worauf kommt es jedoch an? Ich werfe dazu einige Fragen auf, die der Autor wohl aus Platzgründen ausgespart hat. Da wären die Sekundarstufen I und II (mit Gymnasium und Berufsmaturität): Welches sind die je eigenen Ziele, denen sie gerade im Fach Geschichte zu genügen hätten? Zum oft gehörten Satz «Wer die Vergangenheit kennt, ist eher fähig, auf die heutigen Fragen zu antworten» frage ich mich: Genügt es, Namen und Begriffe wie Henri Dunant und die Tagsatzung zu kennen?

Um aus dem Sonderbundskrieg Lehren für uns ziehen zu können, gehört doch mehr dazu als reine Faktenkenntnis, ich nenne nur die auslösenden Spannungen zwischen den «Liberalen» und den «Konservativen» in ganz Europa und ihrer Nachfolger bis heute. Es gibt auch rein Historisches wie einen General Wille und für uns heute Bedeutsameres wie die Bundesverfassung von 1848, bei der übrigens wichtige Elemente von den Vereinigten Staaten übernommen wurden.

Bei der «Entmythologisierung» fehlt mir der nüchterne Blick auf 1291, in Erstaugustreden immer noch hochstilisiert, als ob «die drei Eidgenossen» so etwas wie den Grundstein für die Schweizer Demokratie gelegt hätten: die Schweiz als älteste Demokratie der Welt? Wichtiger für unser nationales Selbstverständnis wäre doch ein Gedenktag am 12. September zur Erinnerung an das Inkrafttreten der ersten Bundesverfassung. Liegt es am Lehrplan 21 – oder nicht vielmehr an der Geschichtsvergessenheit der aktuellen Schweizer Politik?

Spätestens im Gymnasium haben sicher die meisten Parlamentarier von den realen Fakten schon gehört. Warum hätscheln sie wider besseres Wissen die alten Mythen? Ist das Geschichtsbewusstsein der Älteren wirklich besser als bei den Jungen?

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