Leserbrief
Putin spielt Kriegerlis

«Der Westen, diese prinzipienlose Memme», Ausgabe vom 1. Dezember.

Eduard Haller, St.Gallen
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Dem Leitartikel von Pascal Hollenstein kann man nur zustimmen. Aber ergänzend denk ich mir: Die Ukraine hat niemals, weder sprachlich noch politisch, zum Westen gehört.

Kiew, mit unerschöpflichen historischen Schätzen und Kunstdenkmälern, ist eine der allerältesten russischen Städte überhaupt seit dem 9. Jahrhundert und erst im 16. Jahrhundert russisch geworden. Im russischen Reich war sie eine unentbehrliche fruchtbare Kornkammer für das Riesenreich, das erst Stalin mit seiner entsetzlichen Kolchosentyrannei arm machte.

Ich erinnere mich an Erzählungen des Professors für praktische Theologie in Erlangen, Eduard Steinwand – der in Odessa, seiner Geburtsstadt, Direktor eines Gymnasiums war und später als Baltendeutscher nach Erlangen kam –, welche Hungersnot Stalin auslöste in der einst fruchtbaren Ukraine.

Eine Wertbindung der Ukraine heute ist reine Illusion. Putins verabscheuungswürdiges Kriegspielen via Krim gegen die Ukraine wird das heutige Europa nie ändern können. Nur schmerzhafter wirtschaftlicher Druck könnte auf Putin wirken, aber das ist Illusion. Europa ist nicht in der Lage, Machtpolitikern in den USA, China und Russland ernsthaft entgegen­treten zu können.

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