Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Leserbrief

Lesermeinungen zur Initiative «Ja zu Gewerbe und Läden in der Altstadt»

Zur Abstimmung vom 10. Juni in der Stadt Zug

Für die Altstadt ist das Parkhaus Post ein Gewinn. Wer länger unterwegs ist und im Casino keinen Platz findet, hat endlich eine Ausweichmöglichkeit. Das heisst aber noch lange nicht, dass es die oberirdischen Parkplätze nicht mehr braucht. Wir haben alle immer weniger Zeit zur Verfügung und sind froh, wenn wir auf dem Vorbeiweg in einem Geschäft schnell reinschauen oder was abholen können.

Es gibt aber auch noch einen anderen Aspekt. Von unseren Kundinnen hören wir immer wieder, dass sie Parkhäuser nach Möglichkeit meiden. Sie haben Angst und fühlen sich unsicher. Es gibt keinen Grund, die oberirdischen Parkplätze in der Altstadt und am unteren Postplatz aufzulösen. Sie stören nicht und befinden sich an Orten, wo der Verkehr sowieso durchfliesst. Ein Ja am 10. Juni ist die einzig vernünftige Lösung.

Michelle Sigrist, Boutique Paparazzi, Zug


Aufgrund der Aussagen in Leserbriefen, auf Plakaten und Flyern der Befürworter der Initiative «Ja zu Gewerbe und Läden in der Altstadt» muss man zum Schluss kommen, dass nur mit dem Auto anreisende Kunden des Zuger Gewerbes sind. Aufgrund welcher Erhebungen kommen sie zu diesem Schluss? Verfügen Sie über Auswertungen zur Kaufkraft der Nutzer von Aussenparkplätzen?

Es wird z. B. suggeriert, dass die Mehrzahl dieser Kunden sehr schlecht zu Fuss ist. Ein Marsch von 100 bis 300 Metern bis zum nächsten Parkhaus, z. B. am Postplatz oder im Parkhaus Casino ist ihnen anscheinend nicht zumutbar. Was bewegt Hoteliers, Boutiquebesitzer, Apotheker etc. die zu Fuss, mit dem Fahrrad oder dem Bus in die Stadt kommenden Kunden in ihren Überlegungen auszublenden, dass sie in der Abstimmungswerbung mit keinem Wort erwähnt werden?

Tatsache ist, dass Fussgänger einen Blick in die Schaufensterauslagen werfen und sich zu einem spontanen Besuch der Geschäfte entscheiden können, und das noch mehr, wenn ihnen der Zugang nicht von Autos verstellt wird, wie es prominente Beispiele in Zürich und Basel zeigen. Eine weitere Tatsache ist, dass Fussgänger sich eher Zeit nehmen für Besuche in einem der zahlreichen Restaurants und mit gutem Gewissen auch alkoholische Getränke geniessen können.

Und zum Schluss, weshalb setzt sich die Mehrheit des Grossen Gemeinderates und der Gewerbetreibenden nicht für Veloabstellplätze auf dem Postplatz, der Zeughausgasse und an der Poststrasse ein? Auf der Fläche eines Parkplatzes haben mindestens 8 Fahrräder potenzieller Kunden Platz. Die Zuger Sektion des VCS (Verkehr-Clubs der Schweiz) bemüht sich seit über zwei Jahren, dass von der Verkehrs- und Sicherheitsabteilung der Stadt Zug an den genannten Orten endlich Veloabstellplätze geschaffen werden. Doch bis jetzt leider vergebens. Hingegen wurden die versprochenen zusätzlichen gedeckten Autoparkplätze im neuen Parkhaus am Postplatz erstellt.

Daher ein klares Nein zur Nichteinhaltung des Bebauungsplanes Postplatz.

Markus Rast, Vorstandsmitglied, VCS Sektion Zug


Am 10. Juni wird in Zug über die Initiative «Ja zu Gewerbe und Läden in der Altstadt» abgestimmt. Die Initianten wollen verhindern, dass in der Innenstadt sukzessive oberirdische Parkplätze aufgehoben werden – insgesamt sollen es deren 60 sein. Die Initiativgegner argumentieren mit dem Bebauungsplan Postplatz, welcher zu einer Zeit beim Volk Zustimmung fand, als man noch auf den Stadttunnel als Entlastung für die Innenstadt hoffte, und dabei von deren Befreiung vom Verkehr träumte – mit Fussgängerzonen und Flaniermeilen. Nichts von alledem wird die Zukunft bringen, nachdem der Stadttunnel vom Tisch ist! Nun soll der Postplatz eine solche Flaniermeile werden – durchtrennt von stark befahrenen Hauptverkehrsachsen?! Inzwischen ist das Parkhaus Poststrasse eröffnet, welches nur über Umwege zu erreichen ist – via Gotthard- und Poststrasse oder aber ausgerechnet durch die als «Begegnungszone» gedachte Zeughausgasse! 100 Parkplätze im Erdgeschoss waren dem Gewerbe und den Läden der Altstadt als Ersatz für die oberirdischen Parkplätze versprochen. Ich habe kürzlich dort parkiert und musste froh sein, überhaupt ein freies Parkfeld zu finden. Von den 100 Plätzen waren gerade mal deren zwei noch frei, und die übrigen waren mit Sicherheit nicht von Kunden der Altstadtgeschäfte belegt. Vielmehr waren die Plätze von Besuchern eines Firmenevents im Parkhausgebäude belegt sowie von Leuten, welche in den Büros in der näheren Umgebung arbeiten.

Wenn nun Läden und Gewerbe die Aufhebung der oberirdischen Kurzzeit-Parkplätze im Altstadtbereich bekämpfen, ist das nicht «Zwängerei», sondern schlicht und einfach deshalb notwendig, weil sie sich nicht den Lebensnerv abtrennen lassen wollen. Mir dreht sich der Magen um, wenn ich in Leserbriefen (vor allem aus linken Federn stammend) lese, die Probleme von Altstadtgeschäften seien nicht auf fehlende Parkplätze zurückzuführen, sondern auf mangelnde Innovation. Ich denke, die Verfasser solcher unqualifizierter Aussagen kaufen wohl dort ein, wo «innovative» Geschäfte angesiedelt sind: in bequem zu erreichenden Zentren mit eigenen Parkhäusern direkt unter den Ladenstrassen. Oder gar in den Einkaufszentren auf der grünen Wiese! Auf der Strecke bleibt die Altstadt – insbesondere nachdem die Post geschlossen ist und jetzt auch noch die Stadtverwaltung umgesiedelt wird!

Auch wenn mich (als inzwischen in den Ennetsee emigrierten Stadtzuger) der Entscheid am 10. Juni nicht mehr direkt betrifft, hoffe ich für die Betroffenen, dass die Mehrheit der Stimmbürger ein überzeugtes «Ja zu Gewerbe und Läden in der Altstadt» in die Urne legen wird.

Markus Meienberg, Cham


Für die 1403 Gewerbebetriebe, mit deren 6000 Beschäftigten und 151 Auszubildenden in der Altstadt Zug, sind oberirdische Kurzzeitparkplätze absolut notwendig. Schnelle Beschaffungen werden dadurch für die Kundschaft einfach und bequem. Ich befürchte, dass viele dieser Kunden nach dem Abbau der Parkplätze nicht mehr wiederkommen. Sie werden sich einen anderen Ort mit bequemer Zufahrt suchen oder sogar in eines der grossen Einkaufszentren abwandern. Dies gefährdet nicht nur das Gewerbe in der Altstadt, sondern auch die Umwelt und die Verkehrsinfrastruktur werden durch längere Fahrten belastet. Diese Entwicklung führt zu einer «Schlafaltstadt Zug». Darum stimme ich der Vorlage mit Überzeugung zu.

Cédric Schmid, FDP-Kandidat GGR Stadt Zug, Vorstand FDP Stadt Zug

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.