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Leserbrief

Kritische Betrachtung des Lehrplans 21 scheint unerwünscht

Der lange Schatten der Psychosekte, Ausgabe vom 25. Juli

Ich gebe es zu, ich kenne den VPM nicht. Und ich bin überfordert von den vielen Begriffen, deren Bedeutung ich nicht kenne, im Artikel von Andri Rostetter. Ausserdem habe ich die Bücher von Judith Barben nicht gelesen. Trotzdem äussere ich mich, denn durch die weitschweifigen Sätze im Artikel kommt für mich stark zum Ausdruck, dass Kritik am Lehrplan 21 unerwünscht ist. Eine in der gesamten Deutschschweiz mit viel Weiterbildungs- und Kostenaufwand, auch für neue Lehrmittel, eingeführte Änderung in der Volksschule muss aber meines Erachtens sehr genau auf Inhalt und Auswirkungen auf Schüler, Lehrer und Gesellschaft beobachtet werden.

Eine Schulreform darf nicht zu Verschlechterungen führen. Dass Deutschkenntnisse, grundlegendes Rechenverständnis und hauswirtschaftliche/handwerkliche Fähigkeiten seit Jahren im Abnehmen sind, ist im Lehrlingsbereich leider feststellbar. Kritik soll zu Verbesserungen führen! Das ist das Ziel in meinem Berufsalltag, das soll auch beim Lehrplan 21 so sein, hoffe ich zumindest!

Rösli Fässler, Flawil EDU Kreispartei Wil


Besten Dank für den aufschlussreichen Bericht über den VPM-Hintergrund von Judith Barben. Was bei ihr angesichts ihres Alters wohl kaum eine Rolle spielt, aber für das Verständnis des VPM (Verein zur Förderung der psychologischen Menschenkenntnis) wesentlich ist, dass er aus einer Vorgängersekte, der sogenannten «Zürcher Schule» mit dem absoluten Guru Friedrich Liebling nach dessen Tod hervorgegangen ist.

Ich kann mich noch gut erinnern, wie sie im Gefolge der 68er-Bewegung aggressiv in der Öffentlichkeit aufgetreten sind, schon damals mit seltsamen pädagogischen Rezepten (allerdings zum grossen Teil gegenteilig zu jenen des VPM) und versuchten, das «Zürcher Manifest» zu unterwandern. Dieses begann als Aufruf von Intellektuellen für einen Dialog mit der Jugendbewegung und entwickelte sich zum Aktionsforum, das wesentlich dazu beigetragen hat, dass ein Ausweg aus der blindwütigen Konfrontation der Zürcher Stadtregierung mit unserer Bewegung für das autonome Jugendzentrum gefunden werden konnte. Geschichte und Entwicklung der «Zürcher Schule» hat Eugen Sorg 1990 im Buch «Lieblings-Geschichten – Die Zürcher Schule oder Innenansichten eines Psycho-Unternehmens» (Weltwoche- Verlag, Zürich) akribisch untersucht. Zum Verständnis des VPM auch heute noch lesenswert.

Ruedi Tobler, Walzenhausen


Anstatt dass das «Tagblatt» selber eine überfällige kritische Würdigung des Lehrplans 21 schreibt oder eine solche zulässt, befasst es sich auf einer ganzen Seite mit der Person von Judith Barben und ihrer Verbindung zum aufgehobenen VPM und versucht so, Person und Schrift zu diskreditieren. Barben macht derweil nur, was der Journalismus seit Jahren verweigert: eine kritische Durchleuchtung des Lehrplans 21.

Besagter Professor Walter Herzog hat im Übrigen einen Artikel in der Schrift «Einspruch», in welcher das linksgrüne Lager sich kritisch zum Lehrplan 21 äussert, geschrieben. Ausserdem ist äusserste Vorsicht geboten, wenn unliebsame Kritiker in die Nähe zu Sekten oder Verschwörungstheoretikern gebracht werden. Diese Totschlagargumente kommen immer dann zum Zug, wenn überzeugende Gegenargumente fehlen.

Marlis Gut, Zuzwil


Das Buch von Judith Barben mit dem Titel «Kinder im Netz globaler Konzerne – Der Lehrplan 21 als Manipulationsinstrument» antwortet sachlich und mit grossem Fachwissen auf Fragen, die sich vielen stellen, gerade auch Eltern. Das ist dem Rezensenten des Buches im «Tagblatt» offensichtlich völlig entgangen. Ich hatte gerade auch als Mutter viele Aha-Erlebnisse beim Lesen des verständlich geschriebenen Buches. Was ist mit unseren Schulen los? Verzweifelte Schülerinnen und Schüler, denen oft nichts mehr richtig erklärt wird. Ebenso verzweifelte Eltern, die sich an den Wochenenden mit ihren Kindern hinsetzen und auch nicht verstehen, was genau von ihren Kindern verlangt wird. Das ist die Realität hinter dem heute dem Schweizer Schulsystem unnötig aufgezwungenen Lehrplan 21.

Hinter den Schlagwörtern von Kompetenzen, Individualisierung und selbstgesteuertem Lernen und viel, viel Computer verbirgt sich eine Auffassung von Schule, die unserem Land fremd ist. Dabei haben wir in internationalen Vergleichen jahrelang immer sehr gut abgeschnitten. Schweizer Schulen waren in der ganzen Welt anerkannt. Sie schulten nämlich nicht einfach «Teilkompetenzen», sondern das Verständnis einer Materie, ihre Zusammenhänge und damit das unabhängige Denken. Dieses ist Voraussetzung für unsere Schweizer Demokratie. Auch die Übernahme von sozialer Verantwortung und das Einüben von Toleranz im Mit- einander einer Klasse gehörten dazu.

Das hat sich geändert, seit einflussreiche Wirtschaftskreise in der ganzen Welt das überall gleiche Schulsystem wollen. Es ist im Wesentlichen das amerikanische, das die im Vergleich weltweit schlechtesten Volksschulen hervorgebracht hat. Eltern, Schulverantwortliche, Lehrkräfte und alle, die sich gerne eine eigene Meinung bilden, erhalten im Buch von Judith Barben Einblick in Zusammenhänge, welche heute viel zu wenig zum Thema der öffentlichen Auseinandersetzung gemacht werden.

Gabriella Hunziker, Mühlrüti


Zufällig habe ich das Buch von Judith Barben zum Lehrplan 21 bereits vor Monaten gelesen. Es gebührt ihr ein Kompliment für dieses Buch. Es ist in klarer, einfacher Sprache geschrieben und zeigt die Entwicklungen der Schulreformen der letzten zwanzig Jahre auf. Die Entscheidungsträger werden genannt wie auch ihre Vernetzungen oder auch Verstrickungen mit globalen Konzernen. Es gelingt ihr in hervorragender Weise, die praktischen Konsequenzen dieses grossen Schulumbaus auf die Kinder und auch auf die Gesellschaft aufzuzeigen.

Die Schule wird mehr und mehr wie ein wirtschaftliches Unternehmen geführt, in dem die Kinder möglichst effizient ausgebildet werden sollen. Leider nicht zu einer selbstdenkenden Persönlichkeit, sondern zu einem formbaren Arbeitnehmer, der so eingesetzt werden kann, wie er den Interessen der Wirtschaft am besten dient. Als Primarlehrerin zeigt sie an praktischen Beispielen auf, wie und warum die junge Generation um ihre Bildung betrogen wird. Statt sachlich Barbens Buch zu analysieren oder auch zu kritisieren, greift Andri Rostetter die Person Judith Barben mit unbewiesenen Behauptungen an. Er verstrickt sich in schwammige Vermutungen und Hypothesen. Seriöser Journalismus kommt anders daher.

Angelika Andenmatten, Frauenfeld

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