Leserbrief

Konkordanz heisst miteinander und nicht gegeneinander

Zu den Stadtratswahlen in Kriens vom 28. Juni

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Die Wahlen in Kriens waren historisch. So, wie ich das deutliche Votum interpretiere, möchten die Menschen einen Neuanfang mit einem Miteinander aller Kräfte. Konkordanzlisten mit fünf Kandidaten der wählerstärksten Parteien und ein spürbar frischer Wind bezeugten dies. Die Parteien haben sich bemüht in ihren Entscheidungen, den Weg für ebendiesen Neuanfang zu ebnen.

Entsprechend enttäuscht war ich deshalb, als ich kürzlich ein Flugblatt aus dem Briefkasten fischte, das in grossen Buchstaben für Konkordanz wirbt, darauf aber lediglich drei Köpfe zeigt und noch schlimmer: in der Überschrift einen bürgerlichen Stadtrat fordert. Also weiterhin gegeneinander statt miteinander? Also weiterhin links gegen rechts? Es scheint, als haben die neuen Kräfte ihr eigenes Credo bereits vergessen.

Wissen die Promotoren des Flugblattes und ihre Parteien effektiv nicht, was Konkordanz heisst? Konkordanz kommt vom Lateinischen «concordare» und bedeutet «übereinstimmen». In der Politik meint es die Einbindung möglichst aller Kräfte. Also eben gerade keine Dominanz der einen Seite über die andere. Wir brauchen für Kriens vielmehr ein Team, das am selben Strick zieht und Ziele dank breiter Einbindung besser erreicht, als wenn im Powerplay die eigene politische Agenda ohne Rücksicht durchgeboxt wird. Es müssen die Argumente zählen und nicht das Etikett.

Jetzt besteht die Chance für ein Miteinander, die nicht bereits wieder vertan werden darf mit derartiger Werbung – weder auf Plakaten noch in den Briefkästen. Ein solches Denkmuster darf erst gar nicht in die Köpfe der Leute. Ansonsten bleibt vom frischen Wind in Kriens schon bald nicht viel mehr als warme Luft.

Ich traue Maurus Frey zu, ein solches Team zu bilden und alle Kräfte einzubinden. Er hat begriffen, dass man nicht einfach nur mit neuen Köpfen, aber gleichen Rezepten weitermachen kann, und will gemeinsam gestalten statt einsam verwalten. Wählen wir Maurus Frey als Stadtpräsidenten, wählen wir das Miteinander.

Thom Huber, Architekt, Kriens